Motovun liegt 270 Meter über dem Meeresspiegel und hat 590 Einwohner
Motovun ist ein typischer, istrischer Hügelort und eines der besuchtesten Ausflugsziele in Mittelistrien. Seine Anziehungskraft liegt im mittelalterlich geprägten Stadtbild (Ringwall mit zwei weiteren Halbringen) sowie in der herrlichen Aussicht auf fruchtbare Weingärten und den Wald von Motovun, der unter Naturschutz steht.
Motovun ist eine idealer Ausflugsort mit einem guten Angebot, der besonders für Touristen, die an der West- und Ostküste Istriens den Urlaub verbringen, sehr attraktiv ist. In der Stadt gibt es ein Hotel und mehrere Gaststätten. Die Umgebung bietet Möglichkeit zu Spaziergängen im Wald von Motovun, wo man Trüffel finden kann – eine ausgezeichnete Feinschmeckerspezialität – oder zu den Weinbergen an den Südwesthängen des Hügels sowie zum Jagen und Radfahren. Im Weinbaugebiet von Motovun gedeihen die Sorten Teran, Pinot und Malvasier. Im Kanal genannten Siedlungsteil findet seit 1903 an jedem dritten Montag im Monat ein Viehmarkt statt.
An Motovun ist auch die Legende vom Riesen Veli Joze gebunden, die den Schriftssteller Nazor zur gleichnamigen Erzählung anregte.
Kulturerbe
Der älteste Stadtkern ist von einem gut erhaltenen Ringwall aus dem 13.–14. Jh. umgeben, der heute als Promenade dient, wo man die herrliche Aussicht auf die Umgebung genießen kann. Im Stadtkern sind einige romanische und gotische Häuser (das Stadttor mit frühgotischen Merkmalen, 14. Jh.) erhalten.
Am Südhang des Hügels ist die Unterstadt entstanden und an seiner östlichen Erhebung eine neuere Vorstadt. Alle drei Stadtteile sind durch ein System von äußeren und inneren Befestigungen mit Wällen, Türmen und Stadttoren miteinander verbunden, die in der Zeit zwischen dem 14. und dem 17. Jh. stammen. Auf dem Hauptplatz stehen ein gotisch-romanischer Glockenturm mit Wehrgang und Zinnen im oberen Teil (13./14. Jh.) und ein Burgpalast im Renaissancestil, der im 16.-19. Jh. umgebaut wurde. Unter dem Hauptplatz liegt das Reservoir der öffentlichen Zisterne; die Steinhähne mit Stadtwappen stammen aus dem 14. und 15. Jh.
Die Stephanskirche vom Anfang des 17. Jh. trägt Merkmale aus der Epoche der Spätrenaissance. Das Gemälde Das letzte Abendmahl im Chorraum wird Stefan Celestia (17. Jh.) zugeschrieben; die Marmorskulpturen auf dem Hauptaltar sind ein Werk von Francesco Bonazza aus dem Jahre 1725; sehenswert ist auch das geschnitzte Dorsale im Barockstil (17. Jh.), sowie die Deckengemälde, die Ende des 18. Jh. der Neoklassizist Guiseppe Bernardino Bisson geschaffen hat; die Orgel ist ein Werk von Gaetano Callido (Venedig, 18./19. Jh.).
Von der Kirchenausstattung sind besonders der vergoldete, kleine Tragaltar mit den Reliefen der Kreuzigung und Heiliger (14. Jh.), das Prozessionskreuz aus dem 14. Jh. mit reichverziertem Griff aus dem 15. Jh., der Kelch mit Verzierung aus Email (15. Jh.), das Pacificale (1606), Kirchengerät (17. Jh.) und Kerzenständer (aus den Jahren 1714 und 1739) sehenswert. Die Kunstgalerie beherbergt eine Sammlung von Werken moderner Künstler.