|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
Seite 2 von 2
Kulturerbe
Die Römer haben das System der illyrischen Festungen erneuert und
erweitert, und der Hügel, auf dem das Kapitol mit einer Reihe
öffentlicher Gebäude und Tempel lag, war besonders gut befestigt. Im
Mittelalter wurden die Wehrmauern verstärkt, und einzelne römische
Tempel in christliche Kirchen umgebaut. Im 13. Jh. wurde auf dem
Berggipfel das befestigte Kastell errichtet. Die Stadtmauern wurden im
15. Jh. erneuert, und im Jahre 1631 wird eine neue Burg (auf dem Hügel)
gebaut. Seit der zweiten Hälfte des 19. Jh. wird eine große Anzahl
utilitärer (Arsenal) und repräsentativer Gebäude in vorwiegend
historischen Stilen errichtet (neoklassizistischer Admiralitätsitz,
Offizierskasino, das jetzt als Heim der Kroatischen Verteidiger dient).
Während des 2. Weltkriegs wurde Pula stark zerstört. In dominierender
Lage über dem Hafen liegt das römische Amphitheater (die Bezeichnung
Arena hat sich eingebürgert) aus dem 1.–2. Jh. mit einem
ellipsenförmigen Grundriß (132,45 mal 105,10 m) und einer Höhe von
30,45 m; es konnte ungefähr 23 000 Zuschauer fassen. Es handelt sich um
das sechstgrößte erhaltene Amphitheater in der Welt. Der Überlieferung
nach ließ es Kaiser Vespasian auf die Bitte seiner Freundin Antonia
Cenida, die aus Pula stammte, errichten. Im 15. Jh. bauen die
Venezianer einen Teil der Steinsitze aus dem Innenring ab und
transportieren sie nach Venedig, wo sie bei dem Bau eines Palastes als
Baumaterial verwendet wurden. In südwestlicher Richtung verläuft das
Nymphäum, von welchem aus ein Weg zum Zwillings-tor (Porta gemina) aus
dem 2. Jh. führt; über dem Tor befindet sich eine Inschrift. Durch das
Zwillingstor gelangt man zum Archäologischen Museum Istriens; vor ihm
liegt ein Lapidarium mit einigen Exponaten. Hinter dem Museum sieht man
die Reste des römischen Theaters mit erhaltenen Teilen der Orchestra
und einem amphitheatralisch angelegten Zuschauerraum. Vom Zwillingstor
in Richtung Süden gelangt man zur teilweise erhaltenen Stadtmauer mit
dem Herkulestor (Porta Herculea, aus der Mitte des 1. Jh. v. Chr.); vom
Tor blickt der bärtige Herkules herab. Über den Platz Portarat erreicht
man den reich verzierten Triumphbogen der Sergier, der kurz nach dem
Jahre 31 v. Chr. an der Innenseite des Hauptstadttors errichtet wurde
(Porta aurea, 1829 eingestürzt). Vor dem einstigen Stadttor lag der
große römische Friedhof, den auch Dante in seiner Hölle (9. Gesang)
erwähnt; einige Marmorsarkophage von diesem Friedhof kann man im Museo
civico Correr in Venedig bewundern. Im Park Monte Zaro liegen die Reste
eines römischen Theaters (Theatrum Juliae), die Säulen des Theaters
wurden beim Bau der Bibliothek San Marco und der Kirche Santa Maria
della Salute in Venedig eingesetzt. Vom Park aus erreicht man über die
Arsenalska ulica die 1891–98 errichtete Kirche der Madonna vom Meer.
In die Straße Ulica Sergijevaca, die Verkehrsader der Altstadt, kommt
man durch den Triumphbogen der Sergier. Die Clerisseau-Straße führt zum
Dante-Platz. Auf diesem Platz steht eine kleine gotische Kirche aus dem
15. Jh., die oftmals Umbauten unterzogen wurde. Die Straße Flaciusova
ulica führt zur byzantinischen Memorialkapelle aus dem 6. Jh. Sie
gehörte zur jetzt verfallenen, jedoch einst prachtvollen Basilika Santa
Maria Formosa (del Canneto), die 1556 errichet wurde. Im Innenraum der
Kapelle stößt man auf die erhaltenen Reste von Mosaiken aus dem 6. Jh.
und Wandgemälden. Aus der Straße Ulica Sergejevaca gelangt man über die
Straße Ulica MatetiCa Ronjgova zur frühmittelalterlichen, heute
orthodoxen Nikolauskirche, die im 13. und 18. Jh. umgebaut wurde; die
Ikonostasis aus Holz mit mehreren venezianischen Ikonen stammt aus dem
16. und. 17. Jh. Über die steile Gasse des hl. Franz von Assisi
erreicht man die Franziskanerkirche aus dem Jahre 1314 mit ihrem reich
verzierten, romanischen Portal und einer achteckigen romanischen
Fensterrose; in der Kirche wird ein geschnitztes Polyptychon vom Ende
des 14. Jh. bewahrt, das unter dem Einfluß der Schule Vivarinis
entstanden ist und zu den wertvollsten gotischen Holzskulpturen in
Istrien zählt. Der gotische Kreuzgang der Kirche wurde im
Renaissancestil umgestaltet; im Kreuzgang und vor dem Eingang in die
Kirche befindet sich ein Lapidarium mit mittelalterlichen Denkmälern
und Kopien von istrischen Fresken. Die Straße Ulica Sergejevaca endet
auf dem Platz, der sich an der Stelle des einstigen römischen Forums
befindet. An der Nordseite dieses Platzes liegt der Augustus-tempel
(der Göttin Roma und Kaiser Augustus geweiht) aus dem 1. Jh. auf einem
hohen Sockel, mit einem aus 6 korintischen Säulen bestehenden Portikus
und einer geschlossener Cella. Neben ihm steht das Rathaus, das im
Jahre 1296 an einen römischen Tempel (Diana) angebaut wurde; die
Rückseite des Tempels ist gut erhalten. Die Ostfassade des Rathauses
weist reiche spätromanische Ornamente auf. Die auf den Platz blickende
Südfassade, mit einer Vorhalle im Erdgeschoß (Loggia) wurde im Jahre
1653 wiederhergestellt. Über die Straße Kandlerova ulica gelangt man
zum dreischiffigen Dom Mariä Himmelfahrt, der im 5. Jh. errichtet, im
15. Jh. erneuert und im Jahre 1649 umgebaut wurde. Die Fassade wurde im
Renaissancestil gestaltet. Als Altar dient ein römischer Sarkophag aus
dem 3. Jh.; im Fußboden Mosaikreste aus dem 5./6. Jh. Das im
Renaissancestil errichtete Südportal der Kirche stammt aus dem Jahr
1456. Unweit des Doms liegt der spätgotische Palast Demartini
(Kandlerova ulica 12). Vom Dom aus führt ein Weg zum Kastell auf dem
Hügel. Das Kastell weist vier hervortretende Bastionen auf, die 1631
von den Venezianern errichtet wurden; während Napoleons Herrschaft
wurde das Kastell umgebaut, 1830 wurde es restauriert. Heute ist dort
das Historische Museum Istriens untergebracht.
Das Archäologische Museum wurde 1902 errichtet. Es beherbergt Exponate
aus Istrien und von den Inseln Cres und LoSinj aus der Vorgeschichte,
der Antike und dem frühen Mittelalter, sowie eine Sammlung antiker und
frühmittelalterlicher Skulpturen. Zum Museum gehören auch folgende
Sammlungen: im Augustustempel (Römische Porträtskulpturen), in der
Arena (Oliven- und Weinbau) und Denkmäler im Lapidarium des
Franziskanerklosters. Das 1955 gegründete Historische Museum Istriens
wurde im Kastell untergebracht. Es behergergt verschiedene Sammlungen
(Dokumente, Fotografien, Fototafeln, Graphiken, Phonothek).
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
 |
|
Ferienhaus, Ferienwohnung in Kroatien |
|
|
|
|
|
|