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Istrien
Roc

Ortschaft im zentralen Teil Istriens,

8 km südöstlich von Buzet;

334 m ü.d.M.;

17 Einw.

 

Roc ist wegen seiner kulturgeschichtlichen Sehenswürdigkeiten attraktiv, vor allem wegen der berühmten Allee der Glagolitermönche, die hier beginnt und entlang der Straße bis nach Hum reicht. Errichtet wurde sie zum Gedenken an die Glagolitermönche, die sich um den Aufbau des nationalen Bewußtseins der istrischen Bevölkerung verdient gemacht haben. (s. Aleja glagoljasa)

 

Die traditionelle Triestina, das internationale Treffen der Akkordeonisten, findet im Mai statt. Nugla, nur 3 km von der Bahnstation Roc entfernte Ortschaft. In Gornja Nugla steht die zu Beginn des 15. Jh. erstmals erwähnte Helenenkirche. Diese Kirche erhielt 1405 für 45 Dukaten einen wertvollen Kodex, das Missale des Fürsten Novak, das als Textvorlage für den Erstdruck des glagolitischen Meßbuchs aus dem Jahre 1483 diente (heute in Wien). In Donja Nugla steht die Petrikirche.

 

Kulturerbe
 
Wird 1064 (Ruz) als Kastell im Bestand der istrischen Mark erwähnt. Römische Funde in Roc und Umgebung (Grabsteine). Aus frühchristlicher Zeit stammen die Mauerreste der Kirche und Taufkapelle des hl. Maurus (5./6. Jh.). Von dem mittelalterlichen Kastell ist nur der Turm im Norden der Siedlung erhalten. Die Wehrmauern mit Schießscharten und doppeltem Stadttor wurden nach 1421 errichtet.

 

Die Petrikapelle (einst St. Rochus) ist eine romanische Kirche mit halbrunder Apsis, die zwei Schichten von Wandmalerei aufweist: der ältere St.-Paulus-Zyklus eines unbekannten Meisters stammt aus dem 14. Jh., der jüngere, Maiestas Domini und Apostel, stammt von einem einheimischen Meister aus der zweiten Hälfte des 15. Jh.

 

Die Pfarrkirche St. Bartholomäus wurde mehrmals erweitert; aus dem Jahr 1495 stammt der gotische Altarraum mit Netzgewölbe (glagolitische Inschrift). Neben der Kirche steht ein Glockenturm aus dem 15.–16. Jh. In der im 14.–15. Jh. überwölbten Antoniuskirche wurde das berühmte Graffito Glagolitisches Abecedarium von Roc entdeckt, das auf das Jahr 1200 zurückgeht.

 

Auf dem Platz neben der Kirche steht ein Renaissancehaus aus dem Jahr 1475, ein maniristischer Palast mit Portal und die Stadtloggia aus dem 18. Jh.

 

Roc ist seit dem 13. Jh. ein Zentrum des glagolitischen Schrifttums, in dem die Glagoliter Simun Greblo, Zakan Jurij, Jeronim Greblo und Ivan Bencic wirkten. Unter anderen Büchern wird hier das Breviar von Vid aus Omis und das Missale von Bartol Krbavac aufbewahrt. Sehenswert sind die Pergamentsammlung Rocki pergamenti (eine administrative Korrespondenz aus dem 16.–18. Jh.), der Quaderno der Bruderschaft St. Bartholomäus und der Kommune von Roc (1523–1626), sowie das Missale von Roc (15. Jh). Im Stadttor wurde ein Lapidarium eingerichtet (römische Denkmäler, venezianische Kanone).

 

weitere Infos:

www.istra.hr 

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