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Kulturerbe
Dem Pier schließt sich westlich die Poljana mit der Franziskuskirche und
dem Franziskanerkloster an. Zu bewundern sind in der einschiffigen
gotischen Kirche (14. Jh.) die mit Schnitzereien reich verzierte
Täfeldecke (17. Jh.) sowie Altäre, die nach Entwürfen von Jerolim
Mondella 1635 Iseppo Ridolfi aus Venedig anfertigte. Die
Klostersammlung birgt eine größere Zahl von Kodizes (der älteste ist
aus dem 11. Jh.), Inkunabeln und alter Bücher. Auf der Westseite der
Poljana steht das Theater. Links davon, in der Zagrebacka- Straße, steht
die orthodoxe Parochialkirche, ursprünglich die Kirche des
Benediktinerinnenklosters (1390). Der Glockengiebel (spätes 16. Jh.)
gehört zu den schönsten Giebeln dieser Art an der kroatischen Küste.
Etwas weiter in derselben Straße befindet sich die Kirche St. Johannes
der Täufer (einst die Dreifaltigkeitskirche, nach 1485 umgebaut), die
Außentreppe wurde 1460 von Ivan Pribislavljic errichtet. In der Nähe
findet man die Neue Kirche, geschaffen im Übergangsstil von der Gotik
zur Renaissance, den Glockenturm baute Ivan Skoko von 1742 bis 1759.
Die ausgemalte Kassettendecke im Kircheninnern (1623-32) schuf Jerolim
Mondella mit seinen Mitarbeitern. Die Fresken stammen von Mihovil
Parkic (1619) und Antun Moneghin (1628). Die Verlängerung der
Zagrebacka-Straße (in der man einige alte Patrizierhäuser sieht) bildet
den ältesten Stadtkern, der sich mit seiner unregelmäßigen
Häuseranordnung der Neigung des Berghangs anpaßt, auf dessen Gipfel die
Annenfestung steht, der älteste Wehrbau Sibeniks (Verstärkungen im 16.
und 17. Jh.). Von der Festung mit dem darunter liegenden Friedhof
bietet sich ein schöner Blick auf Stadt und Umgebung. In diesem Teil
der Stadt befinden sich der gotische Palast Foscolo, der Palast Orsini
mit reichverziertem Portal (ab 1455 im Besitz des Baumeisters Juraj
Dalmatinac), die barocke Laurentiuskirche (1677- 97 - die Klostersammlung
enthält ein Gemälde von Juraj Culinovic) sowie die Dominikuskirche am
Ufer. In Richtung Stadtzentrum führt der Weg auf den vor dem Jakobsdom
liegenden Platz. Auf dem Platz steht ein Denkmal des Baumeisters und
Bildhauers Juraj Dalmatinac, ein Werk von Ivan Mestrovic. Der Bau der
Kathedrale, des monumentalsten Bauwerks aus der Übergangszeit von der
Gotik zur Renaissance an der adriatischen Ostküste, begann im Jahr
1432; eingeweiht wurde sie erst 1555. Nach verschiedenen venezianischen
Baumeistern wurde Juraj Dalmatinac als Protomagister eingestellt, der
mit Unterbrechungen bis zu seinem Tod (1475) an der Kathedrale
arbeitete (Signatur des Meisters zwischen zwei Engelsfiguren an einem
Pilaster des Chorraums). Der untere Teil des Bauwerks, die Apsiden mit
den insgesamt 71 Porträtköpfe tragenden Friesen und das Baptisterium
(1452) unter der Südapsis stammen von ihm. Juraj Dalmatinac erweiterte
den ursprünglichen Bauplan um ein kurzes Querschiff und eine Kuppel.
Sein engster Mitarbeiter war Ivan Pribislavljic. Nach dem Tod von Juraj
Dalmatinac übernahm Niccoln Fiorentino die Leitung der Bauarbeiten. Zu
seiner Zeit entstanden das Kirchengewölbe und die Kuppel, wozu auf
einmalige Weise ein System vorgefertigter, gewölbter und
ineinandergreifender Steinplatten angewandt wurde. Über den
Seitenkapellen (sechs auf jeder Seite) wurde eine Galerie gebaut. In
der ersten Kapelle auf der rechten Seite ist ein Epitaph für Juraj
Sizgoric (1456, angefertigt von Juraj Dalmatinac) zu sehen, in der
ersten Kapelle auf der linken Seite der Sarkophag des Ivan Stafilic aus
dem 16. Jh. Auf dem Heilig-Kreuz-Altar steht ein Kruzifix (ein Werk von
Juraj Petrovic aus dem Jahr 1455), auf dem Altar St. Fabian und
Sebastian ein Gemälde von Filip Zaninberti vom Beginn des 17. Jh. Die
Kanzel ist eine Schnitzarbeit von Jerolim Mondella (1624). Die kleinen
Säulen an der Brüstung der Orgelempore stammen von Niccoln Fiorentino.
Das Standbild des Propheten Elisäus ist ein Werk von Pavao Gospodnetic
aus dem Jahr 1595. Der Hauptaltar wurde im Jahr 1638 angefertigt. Aus
der Südapsis führt eine Treppe in die Sakristei (darin geschnitzte
Schränke von Jerolim Mondella), eine andere ins Baptisterium, das Juraj
Dalmatinac schuf.
Auf der Nordseite des an die Längswand des Doms
anschließenden Platzes sieht man die Stadtloggia, einst Sitz des
Stadtrats, erbaut von 1533 bis 1542. Gegenüber den Domapsiden liegt die
kleine Kirche St. Barbara (1457- 61, Baumeister Ivan Pribislavljic).
Darin befindet sich eine Sammlung sakraler Kunstgegenstände (zwei
Polyptychen von Blaz Trogiranin und Nikola Vladanov). An der zum Ufer
gekehrten Seite lehnt sich der alte Bischofspalast (1439- 41) mit
spätgotischem Innenhof (Portikus im Erdgeschoß) an die Kathedrale an.
Daneben sieht man das alte Seetor, durch das man Sibenik einst von der
Meerseite betrat. Am Ufer steht auch der einstige Rektorenpalast (heute
das Sibeniker Stadtmuseum mit archäologischer und numismatischer
Sammlung sowie Archivalien). Ein paar Schritte weiter steht die
Nikolauskirche aus der Spätrenaissance mit sehenswerter Kassettendecke
(1762). Vom Stadtplatz führt der Weg bergauf zur Festung Subicevac,
weiter oben in Richtung Nordwesten erblickt man die am höchsten
gelegene Sibeniker Festung St. Johannes (125 m).
Weltkulturerbe
Die
Kathedrale des hl. Jakobs in Sibenik ist eine Dreichorbasilika mit drei
Apsyden und drei Kuppeln (die innere Höhe beträgt 32 m). Die
Konstruktionsbauten der Kathedrale wurden im venezianischen Gothikstil
begonnen und im toscanischen Renaissancestil vollendet. Mehr als 15
Jahrzehnte sind seid der Entscheidung über den Anfang der
Konstruktionarbeiten im Jahre 1402 bis zum Zeitpunkt der Einweihung im
Jahre 1555 vergangen. Die Konstruktionsarbeiten begannen im Jahre 1431
auf der Stelle der einst zerstöhrten kleineren Kathedrale (die
Überreste der kleineren Kirche wurden bei den Konstruktionsarbeiten
verwendet). Der Baustein wurde von den Inseln Korcula, Susak, Brac, Rab
und Krk gebracht. Die erste Phase der Konstruktionsarbeiten wurde
sowohl von den italienischen Meistern Francesco di Giacomo, Lorenzzo
Pincino und Pier Paolo Bussato als auch von den einheimischen
Steinmetzen Andrija Budcic und Grubisa Slafcic durchgeführt. Im Jahre
1444 wurde Juraj (Matejev) Dalmatinac Promeister der
Konstruktionsarbeiten. Unter seiner Promeisterschaft wurde die
Kathedrale bis zur Hohe der Seitenschiffe ausgebaut, weiters wurde der
Altar fertiggestellt, die Apsyden mit eingegliederten Zierschrifften
von 74 realistischen Portraits (es wird in Betracht gezogen, daß es
sich um angesehene Einwohner von Sibenik handelt) und die Sakristei mit
einem geöffneten Teil auf der Grundebene. Nach Juraj (Matejev)
Dalmatinac wurde Nikola Firentinac Promeister und setzte die
Konstruktionsarbeiten vort (Vollendung der Seitenschiffe, der Kuppeln,
des Dachgewölbes aus Steinplatten hergestellt). Nach dem Tod von Nikola
Firentinac im Jahre 1505 wurden die Konstruktionsarbeiten an der
Kathedrale unter Bartolomeo und Gicomo da Mestre vollendet. Dieses
einmalige Sakralmonument ist das einzige in Europa dessen Wände,
Gewölbe und Kuppeln vor dem 19. Jahrhundert durch die Anwendung einer
Fertigbauweise mit im vorher präzise ausgepfeilten Steinplatten
entstanden (diese Bauweise wurde von Juraj Dalmatinac angewandt). Diese
Bauweise wurde eigentlich im Zimmermannshandwerk verwendet. Durch die
Eintracht des ausschlieslich aus Stein gebauten Bauwerkes und der
Fertigbauweise mit Steinplatten wurde der herrliche Innen- und
Ausenbereich vollbracht - ein Gebäudevolumen welches gänzlich mit der
Form des Innenraumes übereinstimmt. Die Kirchenfassade mit
dreiblättriger Kleeblattform des Giebels ist die älteste und einzige
Kirchenfassade dieser Art in Europa. Innerhalb der Kathedrale, in den
Seitenschiffen gelegen, befinden sich mehrere Altare. Über den
Seitenschiffen findet man zwei Galeriereihen. Das Kreuz am Alter des
hl. Kreuzes ist eine Meisterleistung von Juraj Petrovic aus dem Jahre
1455. Zwei Marmorreliefe mit Engeln am Altar der hl. Drei Könige wurden
von Nikola Firentinac und dem Kunstmaler Bernardin Ricci geschaffen.
Die Prophetenstatue aus dem Jahre 1594 ist ein Meisterwerk von Pavel
Gospodnetic, die Statue des Zimmermangeistlichen ist die
Meisterleistung von Jerolim Mondel aus dem Jahre 1624. Beim Altar des
hl. Fabian und hl. Sebastian hängt ein Bild von Filip Zaninbertia. Der
Hauptaltar der weinenden Mutter stammt aus dem Jahr 1638. Wenn man über
die Grebsteine schaut, kann man eine Grabschrifft von Juraj Sisgoric,
ein Werk von Andrija Alesija aus dem Jahre 1454 nach einem Bild von
Juraj Dalmatinac, ein Denkmal von Bischof Spignaroli (A. Nogulovic) und
ein Sarkophag von Ivan Stafilic bemerken. Im Jahr 2000 wurde die
Kathedrale zu einem weiteren UNESCO - Denkmal erklährt.
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