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Hafenstädtchen an der Südküste der Insel Brac,
1478 Einw.
Am Fuße der Berge Vidova gora (778 m) und Dratevo brdo (627 m), in
einem fruchtbaren Gebiet mit ständigen Trinkwasserquellen.
Der Name entstand aus dem lateinischen vallum: Erdwall mit
Palisaden. Die Sand- und Kieselstrände (Zlatni rat u.a.) erstrecken
sich über etwa 15 km (von der Martinica-Bucht im Osten bis zur
Blaca-Bucht im Westen). Die Inselsüdküste (westlich der Konjska-Bucht)
eignet sich für Unterwasserjagd. Von Bol aus führt ein steiler
Gebirgspfad bis zum Aussichtspunkt auf der Vidova gora. Etwa 5 km
westlich von Bol liegt das Dorf Murvica und oberhalb davon ein
verlassenes Kloster mit einer Höhlenkirche.
Mit seiner abgeschiedenen Lage an der Südküste von Brac ist Bol
nicht nur das älteste Städtchen der Insel, sondern auch einer der
bekanntesten Fremdenverkehrsorte an der Adria. Außer interessanten
historischen Denkmälern ist auch die wunderbare Naturlandschaft einen
Besuch wert. Sowohl östlich als auch westlich von Bol gibt es viele
Buchten und wunderschöne Strände. Der bekannteste Badestrand, Zlatni
rat, ist nach Meinung vieler zugleich auch der schönste an der ganzen
Adria. Dieses Kap mit Kieselstrand ist ein einzigartiges Naturphänomen:
es erinnert an eine Zunge, die tief ins Meer hineinragt und je nach
Wind und Gezeiten ihre Form verändert, sich scheinbar mal nach rechts
und mal nach links wendet. Über Bol ragt das Massiv Bolska kruna auf,
auf dem man die illyrische Wallburg KoStilo und die Vidova gora (778
m), den höchsten Gipfel der adriatischen Inselwelt, besuchen kann.
Bol hat eine langjährige touristische Tradition. Hier wurde in den
20er Jahren die sog. Gesellschaft zur Förderung des Ortes und des
Reiseverkehrs gegründet. Der Bau der ersten Hotels begann im Jahr 1963
und intensivierte sich in den 70ern; heute verfügt Bol über eine Reihe
moderner Luxushotels, Hotelsiedlungen und Appartements.
In der Stadt gibt es viele Restaurants, wo Speisen der einheimischen
und internationalen Küche sowie die guten Weine von Brac angeboten
werden (bekannt ist die Sorte "Bolski plavac"). Auch in Kultur und
Unterhaltung wird einiges geboten. Einen besonderen Platz nimmt das
Fest der hl. Maria Schnee am 5. August ein, ein Volksfest zur
Erinnerung an den Tag, als der Überlieferung zufolge auf der Insel
Schnee gefallen war. Dies ist gleichzeitig auch der Tag der Gemeinde
Bol.
Zur Freizeitgestaltung stehen 25 Tennisplätze zur Verfügung, ferner
ein zentraler Tennisplatz mit 1820 Sitzplätzen, wo Turniere der
Spitzenklasse abgehalten werden (WTA Croatian Bol Ladies Open).
Möglichkeiten für Surfing, Wassersport, Boccia, Kegeln,
Kleinfeldfußball, Basketball und Volleyball sind ebenfalls gegeben.
Angeboten werden auch Tauchkurse und Kurse für Unterwasserjagd sowie
Drachenfliegen von der Vidova gora aus.
Bol ist nur 15 km von einem internationalen Flughafen für
Kleinflugzeuge entfernt, so daß ein guter Anschluß an alle europäischen
Städte gewährleistet ist. Split ist mit Schnellbooten und mit der über
Supetar verkehrenden Fähre zu erreichen.
Während der Reisesaison werden Ausflüge nach Split, Dubrovnik,
Makarska, Hvar, Jelsa, Vrboska, Mljet und MeDugorje organisiert. Unweit
von Bol liegt Blaca, eines der schönsten Ausflugsziele von BraC.
Westlich von Bol, über dem Weiler Murvica, befindet sich die
Drachenhöhle (Drakonjina spilja), wo man in den Fels gemeißelte Reliefs
von hohem künstlerischen Wert (Drachen und andere Fabelwesen) bewundern
kann. Äußerst lohnend ist auch ein Ausflug auf den Berg Vidova gora, wo
man einen herrlichen Blick auf die umgebenden Inseln genießen und sich
in der Weinschenke unmittelbar unter dem Gipfel des höchsten
Inselgebirges Kroatiens verschiedene Spezialitäten schmecken lassen
kann, u.a. Räucherschinken, Käse, Lammfleisch und Wein.
Kulturerbe Bol entstand an der Stelle einer römischen
Siedlung (altchristliche Sarkophage, Reste römischer Wasserzisternen
unweit von Zlatni rat). Im Jahre 827 wurde der Ort von den Sarazenen
zerstört. Aus altkroatischer Zeit sind Fragmente von
Flechtwerkornamenten in der Johanniskirche (wahrscheinlich aus dem 11.
Jh.) und an der das Dominikanerkloster umgebenden Mauer erhalten. Im
15. Jh. wurde neben dem Kai eine Burg mit reich verzierten gotischen
Fenstern an der Südfassade erbaut. Aus der Renaissance stammt das Haus
der Familie JeliCiC; das Kastell an der Küste entstand zu Beginn des
17. Jh. Auch der Garten des Familiensitzes Martinis-Marchi ist zum Teil
erhalten – eine Parkanlage aus dem 17. Jh., die in Dalmatien nicht
ihresgleichen hat. Die Kirche der Madonna von Karmel (verspätete
Renaissance) wurde 1785 erweitert und mit barocken Elementen versehen.
Am Kap Glavice steht die Kirche des 1475 gegründeten
Dominikanerklosters, ein einschiffiges Bauwerk mit gotischem Gewölbe,
das später um ein Schiff erweitert wurde. Auf dem Hauptaltar stand
vormals das Altarblatt Madonna mit Kind und Heiligen (jetzt im
Klostermuseum), das Werk eines Schülers von Tintoretto. An der
Kassettendecke unterhalb der Orgelempore sind die illusionistischen
Gemälde des Barockmalers Tripo Kokolja aus dem Jahr 1713 besonders
sehenswert (Apotheose des hl. Dominik). Der Glockenturm der Kirche
stammt aus dem Jahr 1751; im Klosterhof sind Reste des alten
Säulengangs zu sehen. Im Kloster wird eine Sammlung von Kultur- und
Kunstgegenständen aufbewahrt (Gemälde, Kodizes, Inkunabeln, etwa 6000
alte Münzen). In einem Barockpalais ist die Galerie "Branko Deskovic"
untergebracht.
weitere Infos: www.bol.hr |