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Insel des mitteldalmatinischen Archipels,
279,03 km2 (Länge 46,8 km, Breite 5,3-7,8 km),
17038 Einw.
Der Sommertourismus hat auf der Insel eine lange Tradition, in neuerer Zeit wird sie vermehrt auch von Nautikern besucht.
An der Küste liegen die Orte Korcula, Lumbarda, Vela Luka und
Raciste, im Inneren der Insel Blato, Zrnovo, Smokvica, Cara und Pupnat.
Die Orte verbindet eine die Insel der Länge nach durchziehende
Landstraße. Fährverbindungen schaffen Anschluß zum Festland.
Die Insel war bereits in der Jungsteinzeit (Vela spilja bei Vela
Luka, Jasakova spilja über der Rasohatica-Bucht, Zrnovo) und in der
Bronzezeit besiedelt. Im 6. und 5. Jh. v.Chr. gab es hier eine
griechische Kolonie; zu dieser Zeit hieß die Insel Korkyra Melaina
(griechische Siedlungsreste in Lumbarda, bei Blato und in Potirna). Im
Jahr 35 v.Chr. fiel sie an das Römische Reich; Spuren römischer
Siedlungen wurden bei Lumbarda, Vela Luka (Beneficij), Blago und auf
der Pelegrin-Anhöhe entdeckt. Nach dem Niedergang Westroms gehörte die
Insel zum Ostgotenreich (493), später zu Byzanz (555).
Im 9. Jh. wird sie vom kroatischen Stamm der Neretljani erobert, im
Jahr 1000 von Venedig. 1180 fällt sie unter die Herrschaft des
ungarisch-kroatischen Königs (1214 erhalten die Insel und die Stadt
Korcula ein Statut). Ab 1221 wechselt die Insel im Laufe von zwei
Jahrhunderten mehrmals ihre Herren. Dazu gehören die Fürsten von
Zahumlje, Venedig (1298 besiegt die Genueser Flotte die venezianischen
Seestreitkräfte in der Nähe von Korcula), König Ludwig I. (1358), die
bosnischen Herrscher (1390) und die Republik Dubrovnik (1413-17).
Von 1420 bis 1797 steht die Insel unter venezianischer Herrschaft,
bleibt aber autonom. Wegen häufiger Angriffe der türkischen Flotte und
von Piratenschiffen (bis zum Beginn des 18. Jh.) errichtete man an
einigen strategisch wichtigen Punkten der Insel Befestigungsanlagen
(besonders in der Stadt Korcula). Nach dem Fall Venedigs kommt es
erneut zu einem Herrscherwechsel (1797-1805 Österreich, 1805-13
Frankreich, 1813-15 Großbritannien, 1815-1918 Österreich). Von 1918 bis
1921 ist die Insel italienisch besetzt, danach wird sie Kroatien
angeschlossen.
Korcula als der Hauptort der Insel gehört mit seinem reichen Kultur-
und Denkmalserbe zu den - neben Dubrovnik - meistbesuchten
Ortschaften Südkroatiens. In der Wirtschaft der Insel spielten
Schiffbau (Korcula, Vela Luka) und das Steinmetzhandwerk (Abbau von
weißem Marmor an der Ostküste der Insel) jahrhundertelang eine
bedeutende Rolle. |