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Elaphiteninsel mit gleichnamiger Hafenortschaft,
nordwestlich von Dubrovnik,
4,63 km2 (Länge 4,5 km, Breite bis 2 km),
348 Einw.
Das Inselrelief beherrschen zwei parallel verlaufende Bergkämme. Das
höhere, im Nordosten gelegene Kalkmassiv (216 m) fällt steil zum Meer
ab, so daß die Nordostküste schwerer zugänglich ist.
Eine Verlängerung dieser Bergkämme bilden im Nordwesten das Riff
Sveti Mihajlo, im Südosten Mali Skupio und Veliki Skupio sowie das
Inselchen Skupio. Den Zentralteil von Lopud bildet ein auf
Dolomitgestein ruhendes Tal mit Olivenhainen, Weinbergen und
Obstgärten. Die Ausläufer dieses Tals sind im Nordwesten die Bucht
Lopud und im Südosten die Bucht Sunj. Die einzige Inselortschaft Lopud
liegt am Scheitelpunkt der gleichnamigen Bucht (ausgedehnter Strand).
In der Antike war Lopud eine griechische (Delaphodia), später eine
römische Siedlung (Lafota). Im 11. Jh. gehörte es zur Republik
Dubrovnik, ab 1457 war es Sitz eines Fürstentums. Im 15. Jh. wurde die
Insel von Flüchtlingen aus türkisch besetzten Gebieten besiedelt. Die
Bewohner Lopuds richteten sich schon früh auf die Seefahrt aus. Mit
ihren Schiffen beteiligten sie sich im 16. Jh. an den Kriegszügen
spanischer Herrscher nach Tunis, Algerien, Portugal und England. Dieser
Umstand schlug sich in einem Sprichwort über die Witwen gefallener
Lopuder Seefahrer nieder und wurde von Antun P. Kazali literarisch
verarbeitet.
Die ältesten Baudenkmäler der Insel sind die Ruinen der
frühromanischen kleinen Kirchen St. Elias (Wandmalereien), St. Petrus,
St. Nikolaus, St. Maurus und St. Johannes (Fragmente von
Flechtwerkornamentik). Die Lopuder Bucht wurde von zwei Festungen aus
verteidigt: eine stand auf der Halbinsel, die andere (Sutvrac, aus dem
Jahr 1563) am Fuße des höchsten Inselberges. An der Hafeneinfahrt sieht
man die Dreifaltigkeitskirche (16./17. Jh.).
Oberhalb des Hafens steht das Franziskanerkloster mit Kreuzgang aus
dem Jahre 1483 (seit 1808 unbewohnt). Die Klosterkirche der Madonna von
Spilice birgt zahlreiche Kunstschätze: ein Polyptychon des
venezianischen Malers Pietro di Giovanni (1523), ein Triptychon aus dem
Atelier von Nikola Bozidarevic, Teile eines Polyptychons von Girolamo
da Santacroce, ein von einem Mitglied der venezianischen Familie
Bassano geschaffenes Kruzifix, ein barockes Gemälde der
Rosenkranzmadonna, die Arbeit eines flämischen Malers, sowie das
geschnitzte Chorgestühl aus dem 15. Jh.
Am Ufer liegen das erneuerte Sommerhaus Dordic (später Mayneri) mit
einem schönen Park und das verlassene Dominikanerkloster, erbaut im
Übergangsstil von der Gotik zur Renaissance (1482). Auf der Anhöhe über
dem Ort findet man die Ruinen des einstigen Fürstenpalastes, eines
einstöckigen gotischen Bauwerks mit Gartenterrasse. An der Süd-ostküste
befindet sich die Bucht Sunj mit der Kirche der Madonna von Sunj (aus
dem 12. Jh., bis zum 17. Jh. mehrmals erweitert), in der man den
geschnitzten Hauptaltar bewundern kann. Die Kirche birgt außerdem die
Gemälde Madonna mit Kind (Jacopo Palma d .Ä.), Die Heilige Familie,
Verkündigung (frühbarocker umbrischer Maler) sowie Teile eines
Polyptychons von Matej Juncic aus dem Jahr 1452. |