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Ortschaft und Hafen an der Südwestküste der Insel Cres,
80 Einw.
Einst Schlüsselort auf dem Seeweg zwischen den Inseln (zu Meer und zu Land) ist Osor heute ein ruhiger Ort, bekannt nach den Musikabenden von Osor, die traditionell in den Sommermonaten veranstaltet werden. Während des Sommers finden im Lapidarium Kunst- und Bildhauerausstellungen statt.
Er liegt an der künstlich durchbrochenen Landenge, die Cres und Losinj verbindet und die Bucht von Osor im Norden vom Kanal Losinj im Süden trennt. Über dem engen, durchbrochenen Teil wurde eine Hebebrücke konstruiert. In den ältesten geschichtlichen Quellen erscheinen die Inseln Cres und Losinj unter der gemeinsamen Bezeichnung Apsyrtides, und die Hauptsiedlung unter dem Namen Apsorros. Diese Bezeichnungen wurden mit der Argonautensage in Beziehung gebracht bzw. mit dem Namen von Medeas Bruder Apsyrtos, der angeblich hier ums Leben kam.
Nördlich des Orts liegt der gut geschützte Hafen Bijar mit einem kleinen Pier und einigen Steinpollern. An der Südseite des Hafens können wegen der Untiefe ausschließlich Boote anlegen. Die Gezeiten bilden im Kanal starke abwechselnde Strömungen, wobei die Windhose, die durch die plötzlichen Änderungen der Windrichtung und des Luftdrucks zwischen dem Kvarner-Golf im engeren Sinne und dem Kvarneric entsteht, zeitweise zu einer unerwarteten Änderung der Strömungsrichtung (starkes Sausen, große Geschwindigkeit) führt.
Geschichte Das Gebiet von Osor ist seit der Urzeit bewohnt. Zur Römerzeit war Osor (Apsorus) ein Munizipium und ein herausragendes Handelszentrum auf dem Seeweg, der über die schon damals durchbrochene Landenge aus den Häfen der Nordadria nach Dalmatien führte. Seit dem 6. Jh. war Osor ein Bischofssitz, 841 wurde er von den Sarazenen in Brand gesteckt. Im 10. Jh. wird er von kroatischen Herrschern regiert, seit dem Jahre 1000 steht er unter Venedig. Im Jahre 1105 erteilt ihm der kroatisch-ungarische König Koloman I. Privilegien; 1409 fällt er unter die venezianischen Besitztümer an der Adria. Während des 15. und 16. Jh. verfällt der Ort allmählich wegen der Öffnung neuer Seewege sowie wegen des Ausbruchs der Pest- und Malariaseuche.
Kulturerbe Von den antiken Ortschaften sind Ruinen erhalten (Stadtmauern, Grundmauern eines Tempels und öffentlicher Gebäude mit Mosaiken, Villae rusticae). Auf dem jetzigen Friedhof liegen die Reste einer frühchristlichen Domanlage (Basilika gemina, Martyrium, Baptisterium) aus dem 6. Jh. Neben dem Eingang in den Ort stehen die Mauerreste einer Benediktinerabtei mit der dreischiffigen romanischen St.-Petrus-Basilika aus dem 11. Jh. Aus der Romanik stammen die Kirchen St. Markus und St. Katharina.
Auf dem Hauptplatz steht der alte Dom aus dem 15. Jh. (Bauplastik im Stil der Frührenaissance) mit Altarraum und Glockenturm (Meister Gallo von Krk, 17. Jh.). Der Hauptaltar im Barockstil stammt aus dem 17. Jh., die Altarbilder sind Werke unbekannter venezianischer Künstler des 16.–18. Jh. Die Schatzkammer des Doms birgt eine gotische Holzskulptur aus dem 15. Jh. sowie goldenes und silbernes Meßgerät aus dem 14.–18. Jh. Im Archiv des Kapitels werden illuminierte Kodizes aus dem 15. Jh. aufbewahrt.
Unweit entfernt liegt das alte Bischofspalais aus dem 15. Jh., das nun als Pfarrhof dient; im Hof steht eine weitaus ältere, mit Flechtwerkmotiven verzierte Zysterne. Aus dem 15. Jh. stammt die Kirche St. Gaudentius mit einem gotischen Spitzbogengewölbe (Reste von Wandgemälden, gotische Holzskulptur aus dem 15. Jh.).
In der Bucht Bijar liegen, außer der gotischen Marienkapelle aus dem Jahre 1414, die Ruinen eines Klosters, das gegen Ende des 15. Jh. von den Franziskaner (Glagolitermönche) errichtet wurde. Auf der Lokalität Huk Suplatonski in der Bucht Sonte steht die vorromanische St.-Platonius-Kirche mit einer reichen Flechtwerkdekoration.
Das im alten Rathaus untergebrachte Archäologische Museum von Osor beherbergt im Atrium ein Lapidarium und im Stockwerk eine Sammlung von Grabbeilagen.
Aus Osor stammten der hl. Johannes, der Bischof von Trogir (1062-1111) und der Erzbischof von Split, Laurentius (11. Jh.), als Berater der kroatischen Könige KreSimir und Zvonimir bekannt.
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