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Stadt und Hafen an der Westküste der gleichnamigen Insel, 592 Einw. Die Stadt liegt auf der schmalen Halbinsel zwischen der Bucht Sveta Fumija und dem Hafen von Rab, wo eine dichte, typisch mediterrane Siedlung entstanden ist.
Die Stadt Rab feiert eine hundertjährige Fremdenverkehrstradition. Davon zeugen auch der Stadtpark Komrcar vom Ende der 90er Jahre des 19. Jh., der eingerichtete Stadtstrand und das fast ein Jahrhundert alte Hotel "Imperial" im Stadtzentrum. Außer in der Stadt kann man auch auf der in der Nähe liegenden Halbinsel Kalifront baden, wohin man mit einem Motorboot oder einem Ruderboot hinüberfahren kann. Dank des angenehmen Klimas und des herrlichen, erhaltenen historischen Stadtkerns beginnt die Saison sehr früh im Frühling und hält bis spät in den Herbst an. Den Gästen stehen verschiedene Unterkünfte (Hotels, Bungalows, Appartements, Jachthafen), ein reichhaltiges Sport- und Erholungsangebot (Tennisplätze, Boccia- und Kegelbahnen, Minigolfanlagen, Unterwasserjagd, Wasserski) und eine ganze Reihe von Restaurants mit einheimischen Spezialitäten (Krebse, Muscheln, Fische) zur Verfügung. Unterhaltung bieten Sommerterrassen und Nachtklubs, man kann auch Spaziergänge unternehmen. Ein besonderes touristisches und kulturelles Ereignis während des Sommers ist die Straßenkunst in der Srednja ulica, wann das ganze Stadtzentrum zu einer riesigen Galerie wird. Interessant sind auch die Kulturveranstaltungen in der Galerie "Knezev dvor" in Rab. Die Musikabende in der Heilig-Kreuz-Kirche (Juni–August) ermöglichen die Begegnung mit einheimischen und ausländischen Musikern. Das zweifelsohne attraktivste Sommerereignis sind die Reiterturniere von Rab (1995 wiedereingeführt), die seit dem Jahr 1364 stattfinden und an die ritterliche Verteidigung der Stadt in ferner Vergangenheit erinnern. Eine Besonderheit dieses pittoresken mittelalterlichen Zeremonials ist die antike Armbrust, die nur noch von den Balestieri aus San Marino bei deren Spielen verwendet wird. Die Ritterspiele finden zweimal im Jahr statt (am 9. Mai und am 27. Juli). Die klimatischen Verhältnisse sind äußerst günstig; die mittlere Lufttemperatur beträgt im Januar 6,7 oC und im Juli 23,3 oC; die mittlere relative Luftfeuchtigkeit beträgt 68%. Der neue Stadtteil entstand gegenüber dem Hafen von Rab. Der Stadthafen liegt an einer geschützten Bucht; der äußere und der innere Hafen werden durch eine Steinmole getrennt. Die Meerestiefe beträgt im inneren Hafenbereich 3–5 m, am Kai und auf der Ostseite des Halbinsel 6–8 m; hier befindet sich ein 70 m langer Anlegeplatz für größere Schiffe. An der Anlegestelle für kleinere Schiffe beträgt die Tiefe 4 m. Der Außenbereich des Hafens wird gegen die offene See von der kleinen Insel Tunera und einem Damm geschützt, der diese Insel mit dem Ufer verbindet. In südwestlicher Richtung ist er durch eine Steinmole geschützt, an deren Innenseite größere Linienschiffe anlegen. Im Nordostteil des Stadthafens liegt der Jachthafen. Der Jachthafen ACI Rab verfügt über 150 Liegeplätze im Meer für Jachten mit einem Tiefgang bis zu 6 m und einer Länge von bis zu 18 m. Die Liegeplätze am Kai dienen ausschließlich zur Wartung oder Reparatur von Jachten. Geschichte Die antike Bezeichnung Arba, Arva, Arbia (sie wurde von Ptolemäus und Plinius dem Älteren sowie in der Tabula Peutingeriana verwendet), stammt wahrscheinlich vom illyrischen Arb, was "dunkel, grün, bewaldet" bedeutet, und das ist auch heute das wesentliche Kennzeichen der Insel. Im 10. Jh. benutzte Konstantin Porphyrogennetos die Form Arbe, die später vom Italienischen übernommen wird. Die kroatische Bezeichnung Rab wurde erstmals im Jahre 1446 in der Urkunde anläßlich der Gründung des Franziskanerklosters der hl. Euphemia in Kampor erwähnt. Während der Herrschaft des Kaisers Augustus hatte die Stadt den Status eines Munizipiums. Bereits im 5. Jh. war Rab ein bekannter Bischofssitz. Wegen der gut organisierten romanischen Bevölkerung besiedeln die Kroaten Rab etwas später als die anderen Inseln. Anfang des 11. Jh. wird sie kurz von Venedig erobert, danach fällt sie unter die Herrschaft der kroatischen Könige. Damals ist Rab eine freie Stadtkommune, was der Stadt und der Insel sogar bis 1409 Frieden und wirtschaftlichen Aufschwung gewährleisten konnte, danach beginnt die fast 400jährige venezianische Herrschaft. Aus dem 14. Jh. sind Teile der Verfassung mit interessanten politischen, kommunalen und wirtschaftlichen Bestimmungen erhalten. 1828 wird das Bistum aufgelöst. Rab erholt sich allmählich erst in den ersten Jahrzehnten des 20. Jh., als es zu einem Luftkur- und Badeort wird. Kulturerbe Die Altstadt war von einer Stadtmauer umgeben (12./13. Jh.). An der Nordseite des Platzes Municipium Arba steht der Fürstenpalast (13. Jh.), der in der Epoche der Gotik (zwei Fenster) und der Renaissance (Zwillingsfenster) in ein massives viergeschossiges Bauwerk verwandelt wurde. An der Küstenseite wurde ein zweistöckiger Gebäudeflügel angebaut. Im Hof befindet sich ein Lapidarium mit Funden, die von der römischen Zeit bis zur Renaissance reichen. Durch das einstige Meerestor mit Uhr gelangt man zum Platz Plokat, wo sich ein Getreidespeicher und die Loggia befinden, eine offene Laube mit sechs Säulen im Renaissancestil, die 1509 errichtet wurden. In der Radic-Straße liegt das monumentale Portal des Palastes Crnota aus der Mitte des 15. Jh. (Bauplastik – Andrija AleSi und Juraj Dmitrov), und etwas weiter der kleine Freiheitsplatz. Hier erstreckt sich eine schöne Aussicht auf die Bucht Sveta Fumija und die Halbinsel Frkanj. An der Ecke Radic-Straße und Freiheitsplatz steht eine Häuserreihe der Familie Galzigna in Renaissancestil. Quer durch das Zentrum der Halbinsel führt die Straße Gornja ulica; rechts liegt die St. Andreaskirche mit einem Benediktinerinnenkloster, das um 1020 gegründet wurde. Die Kirche hat ihr endgültiges Aussehen während der Renaissance erhalten; der romanische Kirchturm stammt aus dem Jahre 1181.
In der Mitte eines kleinen Platzes erhebt sich der Glockenturm der Kathedrale (um 1200), die lombardische Einflüsse aufweist. Er ist 26 m hoch und endet mit einer Pyramide (15. Jh.). Gegenüber dem Glockenturm steht die Marienkirche, eine dreischiffige romanische Basilika mit 3 Apsiden. Sie wurde 1177 vom Papst Alexander III. geweiht. Im 9. Jh. erhielt die Kirche ein Ziborium über dem Hauptaltar, das, obwohl es Ende des 15. Jh. umgebaut wurde, das einzige in situ erhaltene Exemplar eines frühromanischen Altarüberbaus an der kroatischen Küste ist. Das Chorgestühl im Altarraum stammt aus dem Jahre 1445. Die Taufkapelle und die rustische Pietŕ in der Lünette des Hauptportals sind beide Werke von Petar Trogiranin (1514). In der zweiten Hälfte des 18. Jh. erhält der Innenraum der Kathedrale allmählich sein barockes Aussehen; es werden Altäre errichtet (wunderbare Marmorintarsien an den Antependien mit Darstellungen des hl. Christophorus und der Jungfrau Maria). Das Altarbild in der Hauptapsis wird dem Maler Matej PonCun aus Rab zugeschrieben. Am äußersten Kap Kaldanca wurde ein franziskaner Nonnenkloster errichtet. An der Fassade befindet sich ein Relief mit der Gestalt des hl. Abtes Antonius und die Jahreszahl 1541. Von der ursprünglichen Kirche des hl. Abtes Antonius ist ein gotisches Gewölbe im Chorraum verblieben; auf dem geschnitzten Altar (15. Jh.) ist das Gemälde Hl. Anton sehenswert. In der Straße Gornja ulica steht die St.-Justina-Kirche (1573–78); ihr Kirchturm stammt aus dem Jahre 1672. Die Kirche birgt einige hervorragende Werke der Sakralkunst. Besonders beachtenswert sind v.a. der Tragaltar, den König Koloman I. der Stadt schenkte sowie Fragmente des illuminierten Evangeliars aus dem 11. Jh., das vergoldete silberne Kopfreliquiar des hl. Christiphorus (Anfang des 13. Jh.), der Flügelaltar von Paolo Veneziano, die Renaissance-Terrakotta-Plastik der Muttergottes mit Jesu aus dem 15. Jh. und einige Altarblätter aus dem 16.–18. Jh. Unweit der St.-Justina-Kirche steht die besonders sehenswerte Heilig-Kreuz-Kirche aus dem 16. Jh. mit barocken Stukkaturen aus dem Jahre 1799 (Clemente und Giacomo Somazzi). Neben ihr liegen die Reste eines Klosters, das seit dem 11. Jh. den Bediktinerinnen und 1298–1783 den Franziskanern gehörte; 1786 wurde es zu bischöflichen Residenz (Vescovata) umgebaut. Nach der Auflösung des Bistums im Jahre 1828 wurde das Gebäude aufgegeben und dem Verfall überlassen. Zur Anlage gehörte auch die Kirche des hl. Johannes des Evangelisten; von ihr blieb lediglich der Kirchturm aus dem 12. Jh. (1933 restauriert) erhalten. An die Johanniskirche – heute liegt hier der Archäologische Park – grenzt die Sommerbühne, die innerhalb der Stadtmauern angelegt wurde. Verläßt man durch den Turm des hl. Christophorus (Galjarda) mit Wachstube den Bereich der Stadtmauern, so gelangt man in den Park Komrcar, eine der schönsten Parkanlagen an der östlichen Küste der Adria, der in den 90er Jahren des 19. Jh. auf einer Fläche von 16 Hektar (Aleppokiefer, Strandföhren und Schwarzkiefer, Koniferen, Fichten, Zypressen) von Juraj Belia angelegt wurde. Am nord-östlichen Parkrand sieht man die Mauerreste eines Franziskanerklosters, wo sich nun der Friedhof befindet. Die Kirche St. Franziskus aus dem Jahre 1491 ist ein Bauwerk im Gotik- und Renaissancestil (letzte Ruhestätte des 1523 verstorbenen, spanischen Malers Juan Boschetus), und dient heute als Friedhofskirche. Vom St.-Christophorus-Platz führt die Straße Srednja ulica zur Loggia. An der Ecke erhebt sich rechterseits der monumentale Dominis-Palast (Ende des 15. Jh.) mit einem reichverzierten Portal und Fenstern im Renaissancestil (spätgotisches Fenster im 1. Obergeschoß). Hier erblickte Markantun de Dominis das Licht der Welt. Auf der gegenüberliegenden Seite steht die kleine Barockkirche des hl. Antonius (1675) mit reichen Marmorintarsien auf dem Antependium sowie dem Gemälde Muttergottes mit Kind (venezianische Schule des 17. Jh.). Weiter links liegt der Nimira-Palast (16. Jh.) aus der Übergangszeit von der Gotik zur Renaissance (Portal mit Wappen). Am Anfang der Straße Donja ulica zieht die reichgegliederte Fassade des Galzigna-Palastes (Renaissance-Portal, spätgotisches Fenster) die Blicke an. Gegenüber liegt der Flügel des Fürstenpalastes. weitere Infos: |