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Stadt mit Hafen im Velebit-Kanal;
5998 Einw.
Einem Amphitheater ähnlich am Rande des bewaldeten Gebietes Senjska draga, am Fuß der überwiegend kahlen Ausläufer des Velebits und des Senjer Bergkammes gelegen. Die geographische Lage Senjs wird in erster Linie von Landstraßen bestimmt: die kürzeste Verbindung der Städte Zagreb und Sisak zum Meer verläuft über Karlovac oder Topusko zum Gebirgssattel Razvale (884 m) und dann über Vratnik (698 m) im Velebit; dort ist die dinarische Gebirgsbarriere am schmalsten. In dieser Richtung wickelt sich der Verkehr zwischen dem pannonischen Raum und der Küste seit ältesten Zeiten ab. Außer dieser Verbindung mit dem Save- bzw. dem pannonischen Gebiet ermöglicht die Lage Senjs auch eine Verbindung mit Bosnien. Senj wurde oft von griechischen und römischen Geographen und Historikern erwähnt, und auf der römischen Tabula Peutingeriana ist es als por(tus) Senia verzeichnet. Zur römischen Zeit gehörte Senj als einer der wichtigsten Häfen an der Nordadria zur Provinz Illyricum (des späteren Dalmatien).
Außer dem schönen, eingerichteten Stadtbad findet man im Süden unweit der Spasovac-Bucht (3 km) mehrere Buchten mit Badestränden und überaus sauberem Meer. In unmittelbarer Nähe liegt an einer Bucht mit schönem Strand der Campingplatz "Ujca"; 6 km weiter an der Südküste befindet sich die Ortschaft Kalic mit einem Motel. Südwestlich von Senj, gegenüber der Ortschaft Klada liegt die Insel Goli otok, mit der ehemaligen berüchtigten jugoslawischen Haftanstalt für politische Gefangene.
Gäste, die sich für das Altertum interessieren, können auf einer kürzeren Wanderung die Nehaj-Festung besichtigen. Mit dem Auto erreicht man den Gebirgsort Krivi put und den Gebirgssattel Vratnik (698 m), von wo aus sich ein einzigartiger Blick auf die Umgebung (See und Gebirge) sowie reiche Jagdgründe in den umgebenden Wäldern bietet. Dies ist ein idealer Ort für Bergsteiger und Jäger. In der Ortschaft Senjska Draga kann man ein klassizistisches Mausoleum aus dem Jahr 1848 besichtigen. Wer sich für die Schönheiten des Velebit-Gebirges entscheidet, dem sei die über Sveti Juraj und Oltar zu erreichende Berghütte Zavizan (mit etwa 50 Betten) als sicherstes Ziel empfohlen, die als Ausgangspunkt zum Besuch vieler Naturphänomene (u.a. botanischer Garten, Naturschutzgebiete Hajducki und Rozanski kukovi, Karsthöhle Lukina jama u.a.) dient.
In Senj werden viele Feste begangen; bekannt sind der Winterkarneval (Januar und Februar), das Männerchor-Festival (Juli) und der Senjer Sommerkarneval (August).
Geschichte Zur Römerzeit war Senia ein bedeutendes Zentrum und Munizipium der Provinz Liburnien, wovon zahlreiche archäologische Funde zeugen. Seit der Ansiedlung der Kroaten bis zum 12. Jh. war Senj ein Teil der Pfarre von Gacka und gelangte 1271 in den Besitz der Fürsten von Krk und Vinodol aus dem Geschlecht der Frankopanen. Im Jahr 1469 wird Senj eine freie Königsstadt und Sitz des gegründeten Kapitanats der kroatischen Militärgrenze. Von 1527 bis 1689 war hier der Sitz der Senjer Uskoken. Nach der Befreiung der Region Lika von den Türken kommt es erneut zu einem Aufschwung des Handels und der Seefahrt in Senj. Bei der Bombardierung der Stadt im Jahr 1943 wurden viele wertvolle Denkmäler zerstört. Im Gebiet von Senj und Umgebung war seit dem 10. Jh. die glagolitische Schrift im Gebrauch, und die Messe wurde ausschließlich in kroatischer Sprache gehalten. Die älteste der zahlreichen glagolitischen Inschriften ist die sog. Tafel von Senj aus dem 11./12. Jh. (Stadtmuseum). In Senj wurde 1493/94 die erste kroatische glagolitische Druckerei gegründet.
Kulturerbe Das mittelalterliche Senj wurde im 10. Jh. mit Wehrmauern und -türmen befestigt, die 1242 bei den Vorstößen der Tataren beschädigt wurden. Zur Zeit der Fürsten Frankopan wurden die Stadtmauern und Türme erweitert, und an der Südseite entstand das Kastell, das als Fürstenresidenz und Festung diente, in der sich später der Sitz des Senjer Kapitanats befand (seit Ende des 19. Jh. zum Schülerheim des Gymnasiums von Senj umgebaut, als Institut OZegoviCianum bekannt). Ende des 15. Jh. wurden die Wehrmauern erneut verstärkt und neue Türme errichtet: Leonova kula, Lipica, Sabac. Der Renaissance- und Barockplatz Cilnica (Velika placa) mit einem klassizistischen Springbrunnen in der Mitte beeindruckt durch seine Form und Größe. An der Ostseite des Platzes steht neben dem Kastell das Große Tor von 1779, wo die Josephinenstraße Karlovac–Senj endet. Auf dem Platz Mala placa (der sog. Campuzia) steht das gotische Rathaus mit der Stadtloggia aus dem 14. Jh. Sehenswert sind auch die Häusergruppen mit dem in Renaissancestil gehaltenen "Löwenhof" aus dem 15. Jh., das Haus VukasoviC in Gotik- und Renaissancestil aus dem 15. Jh. (barocker Anbau aus dem 18. Jh.), das Haus HomoliC (bekannt als das Haus der Uskoken-Kapitäns DaniCiC) mit einem Renaissancetriforium, das Haus des Uskoken-Fürsten Martin Posedarski mit der Renaissancefassade und das Haus DomazetoviC, genannt "Ferajna", aus dem 18. Jh. Die einschiffige romanische Kathedrale St. Matthias wurde um die Mitte des 12. Jh. erbaut. Im 18. Jh. erhielt sie zwei Seitenschiffe sowie neue Barockaltäre und Inventar. In der Kirche kann man das gotische Grabmal des Senjer Bischofs Ivan Cardinalibus aus dem Jahr 1392 und das Renaissancerelief der Heiligen Dreifaltigkeit aus dem Jahr 1491 mit der ältesten Darstellung des kroatischen Wappens besichtigen. Im Art-Park (Park der Senjer Schriftsteller) steht die unveränderte Votivkirche der Seefahrer St. Maria aus der Renaissance, die im 18. Jh. barockisiert wurde. Auf dem Berg über der Stadt thront die Renaissancefestung Nehaj, 1558 vom Kapitän Ivan LenkoviC erbaut, die auch sein Wappen trägt (einst in der Franziskuskirche). Die Festung ist viereckig und hat starke Mauern, zwei Stockwerke und kleine Ecktürme im oberen Teil; nach der Restaurierung 1977 wurde dort die Sammlung "Senjer Uskoken" mit Exponaten aus dem 15. bis 17. Jh. untergebracht. Der Carina-Palast aus dem 18. Jh. (Pfarrhof) beherbergt das Bischofs- und Kapitelarchiv sowie eine große Bibliothek und eine Sammlung sakraler Kunst vom 13. bis zum 20. Jh.
Das 1962 gegründete Stadtmuseum ist in dem Gotik- und Renaissancepalast VukasoviC untergebracht (Sammlungen archäologischer Funde, Lapidarium, volkskundliche Exponate, historische Sammlung "Entwicklung der Glagoliza", thematische Ausstellung "Druckerei von Senj", hydroarchäologische Sammlung, naturwissenschaftliche Sammlung "Flora und Fauna des Velebit-Gebirges". |