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Istrien
Über Istrien
IstrienIstrien ist die verschiedenartigste touristische Region in Kroatien, was sie den natürlichen Besonderheiten, dem Reichtum an Kulturdenkmälern, seiner geographischen Lage und Verkehrslage verdankt. Istrien ist die größte Halbinsel der östlichen Adriaküste. Sie hat die führende Position im kroatischen Tourismus.

Das Klima ist mediterran mit kontinentalklimatischen Elementen. Das bekannteste Naturerbe: Der Nationalpark Brijuni, die Bucht von Lim (Meeresreservat), der Motovuner Wald und Kontija bei Vrsar (Vegetationsreservate), die Pazinska jama (geomorphologisches Reservat), die Umgebung von Istarske Toplice, die Inseln vor Rovinj (bedeutende Landschaften). Im Angebot gibt es den Bade-, Nautik-, Sport-, Jagd-, Ausflugs-, Gesundheits-, Kongress-, Naturismus- und Landtourismus.

Istrien ist die größte Halbinsel der gesamten Riviera und erstreckt sich über eine Fläche von 3160 km2. Das ist ein einzigartiger Raum, in dem sich Mitteleuropa bis zum warmen Adriatischen Meer herabsenkt. Gerade hier hat sich das Meer am tiefsten in Europas Mitte eingeschnitten, wobei es Istrien von zwei Seiten umspült. Durch den mediterranen Einfluss sind die Winter schneefrei und die Sommer lang, sonnig und warm. Istrien zählt zu den sonnigsten Oasen in Europa, und gleichzeitig verführt es durch seinen kosmopolitischen Charme, die malerischen Landschaften, die mittelalterlichen Bergstädte und die wunderschöne Küste.

Es ist die touristisch am besten entwickelte Region Kroatiens. Im vergangenen Jahr war sie Gastgeberin für über zwei Millionen dreihunderttausend Touristen. In Istrien lebt man für den Tourismus und vom Tourismus. Die bedeutendsten touristischen Zentren befinden sich an der Westküste und ihre Reihe setzt sich fort bis nach Rijeka, dem größten kroatischen Hafen in der Kvarner-Bucht. An der Küste Istriens gibt es elf modern eingerichtete Marinas. Im Binnenland befinden sich das Heilbad Istrarske Toplice, zahlreiche Jagdgebiete, pittoreske Städtchen und die kleinste Stadt der Welt, Hum. Hier liegt auch das Naturreservat, der berühmte Motovuner Wald sowie die Hauptstadt der Gespanschaft Istrien – Pazin.

Die Kultur Istriens, der größten Halbinsel an der Adriatischen Küste, ist geschichtlich geprägt durch die Entstehung kleiner Städte und der Vermischung verschiedener kultureller Traditionen sowie auch durch die Verbindung der Lebenskultur auf dem Festland mit der Lebenskultur am Meer. Diese Verbindung erkennt man sowohl am Aussehen der Städte wie auch in den Volksbräuchen und in der Gastronomie. Die hinsichtlich der Einwohnerzahl größten Siedlungen im Binnenland von Istrien sind Buzet, Pazin, Motovun, Žminj und Buhe.

Motovun ist eine der malerischsten istrischen Städte, auf einer Bergspitze im idyllischen Tal des Flusses Mirna gelegen. Unweit der Stadt liegt der Motovuner Wald, in dem man Trüffel, diese lokale, gastronomische Spezialität, finden kann. In der Stadt findet seit geraumer Zeit ein internationales Filmfestival statt.

Der nordwestliche Küstenteil Istriens wird an seinem Ende durch die alte Fischersieldung Savudrija geprägt, wo der Wald der Meeresküste am nächsten kommt. Hier ist der einst höchste Leuchtturm an der Adria aus dem neunzehnten Jahrhundert erhalten, der immer noch in Funktion ist. In dieser Zeit beginnt in Savudrija die Entwicklung des Tourismus. Damals sind die ersten Erholungsstätten entstanden, die wegen der friedvollen und ruhigen Küstenlandschaft Gäste aus Europa anlockten. Viele lokale Gastwirtschaften bieten eine außergewöhnliche Kombination kontinentaler und mediterraner Küche an. In der nahe gelegenen Siedlung Zambratija findet Ende Juli das Volksfest zu Ehren der Heiligen Maria Magdalena statt. Eine Besonderheit dieser Gegend ist die altertümliche Art der Haltung von Fischerbooten, die am Strand an einer Holzkonstruktion aufgehängt werden.

Etwas südlicher entlang der Küste befindet sich die uralte Stadt Umag, die größenmäßig von der nahe gelegenen Hotel- und Apartmentsiedlung um einige Male übertroffen wird. In Umag findet bereits seit zehn Jahren das ATP-Turnier Croatia Open statt. Die Stadt wurde außerdem bekannt als Ort des umfangreichsten Designer-Projektes der neueren, kroatischen Kultur. In der Stadt befindet sich auch eine gut ausgestattete Marina – das Ziel vieler Nautiker, die die Adria befahren.

Südlich von Umag liegt Novigrad, zu dem man auf einer angenehmen Fahrt entlang der Küste gelangt. Es befindet sich auf der nördlichen Seite der Mündung des Flusses Mirna. Novigrad kann auf eine lange Tourismustradition – seit dem Ende des vergangenen Jahrhunderts - zurückblicken. Für die modernen Nomaden ist es heute nicht nur interessant, im traditionell sauberen Meer zu baden, sondern auch im Mirna-Tal auf Jagd zu gehen, eine Kanufahrt auf dem Fluss zu unternehmen, oder in den Abendstunden einer Jazzband auf dem Festival, das jeden Sommer in der Stadt organisiert wird, zuzuhören. Die traditionellen Volksbräuche kommen Ende August zum Ausdruck, wenn das dreitägige Fest des Heiligen Pelagius, des Schutzpatrons der Stadt, stattfindet.

Weiter entlang der Küste befindet sich Porec, wahrscheinlich die an geschichtlichen Denkmälern reichste istrische Stadt. Im Stadtzentrum ist noch die alte Struktur der römischen Straßen erhalten. Hier befindet sich auch der Komplex der St. Euphrasius-Basilika aus dem VI. Jahrhundert mit schönen Mosaiken aus der Zeit des Kaisers Justinian, der in das UNESCO-Register des Weltkulturerbes aufgenommen worden ist; hier findet man aber auch einige ausgezeichnet erhaltene romanische und gotische Wohnhäuser. Die Stadt ist umgeben von Stränden wie beispielsweise auf der St.-Nikolaus-Insel, die vor dem Stadtzentrum liegt. Sowohl in Porec selbst als auch in seiner Umgebung breiten sich die Kiefernwälder fast direkt bis ans Meer aus. Die Tradition des Tourismus in Porec ist sehr lang. Eine Kuriosität ist, dass die Stadt bereits im Jahre 1845 den ersten Reiseführer hatte. In die Stadt gelangt man auch über das Meer und legt in der Marina an, aber man kann sie auch mit einem Sportflugzeug auf dem Flughafen im nahe gelegen Vrsar anfliegen.

Von Porec nach Rovinj ist es nicht weit. Rovinj ist eine Stadt, die an einem sehr gegliederten Küstenstreifen liegt, vor dem sich viele kleine Inseln befinden. Die Schönheit der Stadt und der Umgebung hat bereits im neunzehnten Jahrhundert zur Eröffnung der ersten Sanatorien und Kurorte geführt, die sozusagen die Vorläufer des Tourismus waren. Die Stadt entstand auf einer kleinen Insel und wird bereits im VII. Jahrhundert erwähnt. Später wurde die Insel mit dem Festland verbunden. In der Stadt dominiert die Kathedrale der Hl. Euphemia mit ihrem sechzig Meter hohen Glockenturm, auf dessen Spitze sich die Statue der Schutzpatronin der Stadt befindet. Besonders reizvoll sind die Inseln Sv. Katarina und Sv. Andrej vor der Stadt. Hier liegt auch die Insel Crveni otok, auf der sich einst ein Benediktinerkloster befand, das später erweitert und Franziskanerkloster wurde, um am Ende ein Schloss und dann Hotel zu werden. In Rovinj gibt es auch eine Marina, in der Nautiker gerne das ganze Jahr über nach einem anstrengenden täglichen Segeltörn Unterschlupf suchen.

Pula ist die größte istrische Stadt, die sich an der Stelle einer einstigen illyrischen Siedlung und römischen Kolonie entwickelte. Es ist möglich, die Stadt auf dem Seeweg durch die interessante Bucht von Pula zu erreichen, die seit jeher als sicher für Boote und Schiffe gilt. In der Marina, die sich direkt im Stadtzentrum befindet, kann man anlegen. Aus der Antike blieb das große Amphitheater (I.-II. Jahrhundert) erhalten, das über zwanzigtausend Menschen fassen konnte. Hier findet man auch den Triumphbogen der Sergier aus dem I. Jahrhundert und den Augustustempel aus demselben Jahrhundert, neben dem einst auf dem Platz des ehemaligen Forums, ein weiterer Tempel stand, von dem heute nur noch eine Mauer aus dem XIII. Jahrhundert erhalten ist, die in das Rathausgebäude integriert wurde. Vor dem ehemaligen Stadttor befand sich ein großer römischer Friedhof, den Dante Alighieri in seiner Göttlichen Komödie, im IX. Gesang der Hölle, erwähnte. Ein Spaziergang durch das Zentrum von Pula ist ein Gang durch die Geschichte, die in jedem Teil der Stadt ihre Spuren hinterlassen hat.

Neben Kultur und Geschichte sind auch die Anfänge des Tourismus mit Pula zu verbinden, denn die ersten Touristengruppen waren Liebhaber von Antiquitäten, die die Stadt in organisierten Gruppen besuchten. In Pula wird seit den fünfziger Jahren ein Filmfestival mit Projektionen im römischen Amphitheater organisiert. In der Nähe der Stadt liegt auch der Flughafen. Nahe bei Pula, im Meer vor dem Städtchen Fažana, befindet sich der Nationalpark Brijuni, seit der Antike ein Ort von besonderem Charakter. Der malerische Brijuni-Archipel lockt jene an, die sich nach Ruhe und natürlicher Schönheit sehnen, wovon heute noch die Überreste römischer ländlicher Architektur zeugen. In der Nähe von Pula befindet sich Medulin, ein Ort mit herrlichen Stränden, und Barben, eine malerische, mittelalterliche Siedlung, in der in der zweiten Augusthälfte das Ritterspiel "Trka na prstenac" (Ringstechen) veranstaltet wird, das aus dem 17. Jahrhundert datiert. Etwas nördlicher, in Richtung des Raška-Cañons, liegt das Städtchen Raša, die jüngste Siedlung in Istrien, die in den dreißiger Jahren wegen des nahe gelegenen Kohlebergwerks gegründet wurde. Heute ist sie ein schönes Beispiel modernistischer Architektur jener Zeit. Zentrum des seinerzeitigen Kohlebergwerkkomplexes war die Stadt Labin. Nach Beendigung des Kohleabbaus wurden die Gruben zu einer touristischen Attraktion, aber auch ein Raum für den internationalen Kultur- und Kunstaustausch – für das Programm Labin Art Express. Im Binnenland von Istrien überwiegen mittelalterliche Steindörfer, umgeben von Bauernhäusern und Scheuern. Die Bauernhöfe stehen für Gäste bereit, die sich in der Natur aufhalten und den Frieden, die Stille, und die Frische des Binnenlandes in authentischen Häusern genießen möchten, abseits vom Stadtgetümmel und der Eile und nur eine halbe oder eine Autostunde vom Meer entfernt. Entspannung bieten verschiedene Aktivitäten. Beliebt sind Fahrradfahrten auf fast eintausend Kilometern gepflegter Radwege, vorbei an Kirchen, Denkmälern, kleinen Dörfern und Weinstraßen.

Was wäre noch hervorzuheben? Die Magie der Landschaft, der steinernen Nester – Städtchen auf Bergspitzen, das Kastell von Pazin – die besterhaltene mittelalterliche Festung in Istrien, die berühmten Wandbilder des Vincent von Kastav in Beram, die glagolitische Tür der kleinsten Stadt der Welt, Hum, die Schönheit und der Reichtum der Nationaltrachten, der besondere istrischen Melos, die istrischen Ochsen – "boskarina", eines der Symbole Istriens, die bekannte istrische Küche, die qualitätsvollen, aromatischen Weiß- und Rotweine.

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