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Mitteldalmatien - Region Split
Hvar

Stadt und Hafen an der Südwestküste der gleichnamigen Insel;

3643 Einw.

 

Hvar hat ein außerordentlich reiches Kultur- und Geschichtserbe und ist zugleich ein bedeutendes Fremdenverkehrszentrum mit hundertjähriger touristischer Tradition.

 

Ein angenehmes Klima, viel Sonnenschein, die Schönheit der Natur, die vielfältigen Unterkunftsmöglichkeiten, das Sport- und Freizeitangebot - all dies zieht Gäste im Sommer wie auch im Winter an. Die klimatischen Gegebenheiten begünstigten die Entwicklung des Kurtourismus. Noch 1868 wurde in Hvar die Hygienische Gesellschaft gegründet, die sich um einen angenehmen Aufenthalt der Fremden in der Stadt kümmerte. So begann sich der moderne Tourismus zu entwickeln. Das erste Hotel, "Kaiserin Elisabeth", wurde 1903 eröffnet.

 

Besonders attraktiv ist das Denkmalserbe der Stadt: Dom, Franziskanerkloster, Theater, Festungen mit wunderbarem Blick auf die Inseln Pakleni otoci und Vis. Gute und vielseitige Unterkunftsmöglichkeiten bieten Hotels, Appartements, Pensionen und ein Campingplatz. Das Sport- und Freizeitangebot umfaßt Tennis, Tischtennis, Basketball, Boccia, Kegeln und den Verleih von Wassersportrequisiten.

 

Hvar ist weithin bekannt für sein angenehmes, warmes Klima mit viel Sonne, wenigen Regentagen und fast keinem Schnee, weswegen die Regel gilt, daß Touristen in Hotels den halben Preis zahlen, falls es den ganzen Tag regnen sollte, und nichts zahlen, falls es schneien sollte (was aber kaum vorkommt). Deshalb ist Hvar bei all jenen, die gerne im Meer baden, so beliebt, obwohl es in den Hotels beheizte Schwimmbecken mit Meerwasser gibt. Besonders reizvoll ist ein Besuch auf der kleinen Inselgruppe vor dem Hafen von Hvar, Pakleni otoci (Hölleninseln), wo man in der Abgeschiedenheit einer der vielen bewaldeten Buchten die Sonne und das Meer genießen kann. In den Restaurants und Weinschenken der Stadt Hvar werden Fischspezialitäten angeboten, zu denen der einheimische Qualitätswein hervorragend paßt.

 

Zu den interessantesten Hvarer Erzeugnissen und Souvenirs gehört die einzigartige Spitze aus Agavenfasern, die in dem Benediktinerinnenkloster verkauft wird, ebenso der berühmte Lavendel von Hvar, der getrocknet oder in Ölform als Heilmittel, Duftstoff oder Mottenschutz verwendet werden kann, oder das Rosmarinöl.

 

Im touristischen Angebot kommt den traditionellen Kulturveranstaltungen große Beachtung zu. Dazu gehören: der Hvarer Sommer (Juli-Sept.), Folklore- und Vergnügungsveranstaltungen und Fischerfeste. Von den kirchlichen Feiertagen wird der St.-Stephans-Tag (2. Aug.), gleichzeitig auch das Stadtfest, mit einem besonders feierlichen Umzug begangen, des weiteren St. Prosperus (10. Mai), der Heilig-Kreuz-Tag (14. Sept.), Karfreitag u.a.

 

Organisierte Ausflüge werden ebenfalls angeboten.

 

Auf Sveti Klement, einem Inselchen des Hvar vorgelagerten Archipels Pakleni otoci, befindet sich der Jachthafen Marina ACI Palmizana mit 190 Liegeplätzen. Ein Bootstaxi verkehrt zwischen Hvar und Sveti Klement. In der Umgebung des Jachthafens liegen schöne Strände.

 

Kulturerbe
 
Die einstige Römersiedlung lag am Hafen (3. Jh. v. Chr.), die spätgotische Siedlung am Fuß des Hügels, wo man nach 1278 mit dem Bau der Stadtmauern begann. Im 13. Jh. wird auf dem Hügelkamm das Stadtkastell errichtet. 1551 wurde die neue Festung Spanjol erbaut (88 m). Das Westtor der Stadt mit Turm ließ der Schriftsteller Marin GazaroviC (1625) errichten. Auf dem St.-NikolausBerg, wo ein Wächterhaus und eine Kapelle standen, errichteten die Franzosen (um 1810) die Napoleonsfestung (241 m) und auf dem Kap unweit des Franziskanerklosters die sog. Batterie (1811). Auf der kleinen Insel Galisnik vor der Hafeneinfahrt bauten die Österreicher eine kleine Festung.

 

Der Kern der Altstadt erhielt im 15. Jh. seine heutige Form. Am Nordhang über dem Stadtplatz stehen, innerhalb der Stadtmauern, erhaltene Paläste kroatischer Patrizier. Auf dem Friedhof am Südhang sieht man die ehemalige Michaelskirche der Augustiner vom Beginn des 15. Jh. Das monumentalste Denkmal der Zivilarchitektur, das Arsenal, wurde 1579-1611 an der Stelle eines älteren Arsenals aus dem Jahr 1331 erbaut. Unter dem großen Gewölbe (Durchmesser 10 m) wurde die Galeere von Hvar festgemacht. Fürst Pietro Semitecolo ließ das Gebäude 1612 aufstocken und darin ein Theater einrichten, eines der ältesten in Europa, wo bis 1796 Dramen und Opern aufgeführt wurden; seine heutige Form erhielt es 1880, als es erneuert wurde. Heute befindet sich im Gebäude des einstigen Arsenals eine Galerie gleichen Namens, in der Werke zeitgenössischer Künstler ausgestellt werden.

 

Auf der Ostseite des Stadtplatzes steht der Renaissancedom St. Stephan aus dem 16.-17. Jh., ein Werk einheimischer Meister (Karlic, Pomenic). Neben dem Dom steht der Glockenturm aus dem 17. Jh. An den steinernen, intarsierten Barockaltären sind die Gemälde Madonna mit Heiligen (Domenico Uberti, 1692), Madonna mit Kind (13. Jh.), Pietŕ (Juan Boschetuso, um 1520) sowie eine weitere Madonna mit Heiligen (Palma d. J., 1627) zu sehen. An der Wand links vom Eingang sieht man ein spätgotisches Relief (Ende des 15. Jh.) und darüber das Relief Geißelung Christi, eine Variante der von Juraj Dalmatinac am Anastasienaltar des Spliter Doms ausgeführten Vorlage. Das gotische Chorgestühl ist ein Werk einheimischer Meister (1573). In der Schatzkammer wird außer alten Bildern und liturgischen Gegenständen auch der Stab des Bischofs Pritic aufbewahrt (eine Arbeit von Pavao Dubravcic, 1509). Auf dem Platz vor dem Dom steht der Stadtbrunnen von 1520. Von der Nordwestseite des Platzes führt eine Straße mit Stufen zur Spanjol-Festung hinauf. Von dieser Straße zweigt, am unvollendet gebliebenen Hektorovic-Palast (Spätgotik, 15. Jh.), eine parallel zur Längsachse des Platzes verlaufende Straße ab, in der mehrere Gebäude aus der Gotik, der Renaissance und Barockzeit zu sehen sind. Am Beginn der Steigung steht der Uhrturm Leroj, der im 16. Jh. im Renaissancestil errichtet wurde; die Glocke ist von 1562. An den Turm lehnt sich die Stadtloggia aus dem Jahr 1479 an (entstanden an der Stelle der bereits 1289 erwähnten alten Loggia). An Loggia und Leroj-Turm lehnte sich der Fürstenpalast an, der 1903 abgerissen wurde und dem Hotel Palace Platz machte.

 

Auf der Westseite des Hafenbeckens erhebt sich der Glockenturm (um 1550) der im Gotik- und Renaissancestil erbauten Dominikanerkirche St. Markus, die in den zwanziger Jahren des 19. Jh. abgerissen wurde; heute befinden sich hier eine archäologische Sammlung und ein Lapidarium. Auf der bewaldeten Halbinsel St. Katharina steht ein Turm (1811), der an die Ruinen des einstigen Venerandenklosters (16. Jh.) anschließt. An dieser Stelle ist eine Freilichtbühne eingerichtet; die Büste von Hanibal Lucic ist ein Werk von Ivo Kerdic. Der westliche Uferweg führt weiter zum Badestrand, zum Villenviertel und zu den Hotels Pharos und Amfora. In der Altstadt findet man die kleine Kirche St. Kosmas und Damian (15./16. Jh. mit Holzdecke) und die Heiliggeistkirche (Gotik, 1494 erneuert); darin befindet sich das Gemälde der Madonna mit dem hl. Nikolaus von Allessandro Voratori von Padua.

 

Im Ostteil der Stadt, außerhalb der Stadtmauern, steht das Renaissance-Sommerhaus von Hanibal Lucic (16. Jh.). Auf einem zwischen zwei Buchten liegenden Kap findet man das Franziska-nerkloster mit der Kirche der Barmherzigen Madonna, entstanden 1465-71. Der Glockenturm wurde zu Beginn des 16. Jh. von Blaz Andrijic und F. und N. Spanic erbaut. In der Lünette der Fassade ist das Relief Madonna mit Kind zu sehen, eine Arbeit aus der Werkstatt von Niccolň Fiorentino (Mitte des 15. Jh.). In der Kirche sieht man drei Polyptychen von Francesco da Santacroce (eines auf dem Hauptaltar von 1583 und zwei unterhalb der Orgel), die Gemälde Christus am Kreuz von Leandro Bassano, Stigmatisierung des hl. Franziskus von Palma d. J. (1617), die Gemäldereihe Passion Christi von Martin Benetevic (1599) u.a. Das geschnitzte Chorgestühl ist eine Arbeit von Franjo Ciocic-Cucic und Antun Spija. Unter dem Hauptaltar befindet sich die Gruft von Hanibal Lucic. Durch den Kreuzgang gelangt man in das Refektorium, in dem Stickereien (13.-15. Jh.), illuminierte Kodizes, Urkunden und Bücher (Sammlung von Seekarten des Kaspischen Meeres, um 1525) ausgestellt sind. Unter den Gemälden ist das Letzte Abendmahl (Kreis Palmas d. J.) besonders sehenswert.

 

 

Schön sind Spaziergänge zu den Festungen Spanjol und Napoleon auf dem Berg über der Stadt, von wo aus sich ein Blick auf das Umland und die Inseln Pakleni otoci und Vis bietet.

 

weitere Infos:

www.dalmatia-cen.com

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