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Hafenstadt an der Bucht von Kastela,
27 km westlich von Split,
10266 Einw.
Trogir ist im wahrsten Sinne des Wortes eine Museumsstadt.
All jene, die Interesse und Freude haben an Kunstwerken,
originalen Bauwerken und schönen alten Straßen, werden in Trogir ein
prächtiges und vielschichtiges Kultur- und Geschichtserbe vorfinden -
von romanischen Innenhöfen bis hin zu modern eingerichteten Interieurs.
Der einzigartige historische Stadtkern, das von Meister Radovan
geschaffene Domportal, die Kunstsammlungen, welche im Laufe der
Jahrhunderte Reisende und Reiseschriftsteller zu begeistern vermochten,
bieten dem Touristen eine Vielfalt, die es zu erkunden gilt. Nicht
zufällig ist das Kairosrelief ein beliebtes Souvenir aus Trogir.
Der alte Stadtkern liegt auf einem Inselchen zwischen Ciovo und dem
Festland. Verbindung zum Festland durch eine Steinbrücke, zur Insel
Ciovo durch eine bewegliche Brücke.
Die weitere Umgebung von Trogir (die Riviera Trogir-Seget-Ciovo) ist
gekennzeichnet durch üppige Vegetation, eine Vielzahl von Inseln und
Inselchen, schöne Kieselstrände und felsige Küstenabschnitte. Hier
findet man gute Unterkunftsmöglichkeiten (Hotels, Pensionen,
Appartements, Campingplätze), eine vorzügliche Gastronomie, besonders
Fischspezialitäten, zudem ein reiches Sport- und Freizeitangebot:
Tennis, Boccia, Kegelbahnen, Trimmen, eine Windsurfing- und
Tauchschule. Organisiert werden fröhliche Fischernächte, eine
alljährliche Folkloreschau, ebenso Konzerte ernster Musik, die in Sälen
und auf Plätzen des historischen Stadtambiente abgehalten werden.
Der Jachthafen ACI Trogir hat 200 Liegeplätze im Meer und weitere 80
an Land. Er befindet sich an der Nordküste von Ciovo,
zwischen der Brücke und dem Cubrijan-Kap.
Geschichte
Im 3.
Jh. v. Chr. die griechische Siedlung Tragurion, die sich in der Zeit
der Römerherrschaft zu einem wichtigen Hafen entwickelt. Durch den
schnellen Aufstieg des nahegelegenen Salona verliert Trogir seine
einstige Bedeutung. In der Zeit der Zuzugs kroatischer Stämme lassen
sich Flüchtlinge aus dem zerstörten Salona in der Stadt nieder.
Ab dem 9. Jh. ist die Bevölkerung den kroatischen Herrschern
tributpflichtig. Die Stadt wird im 11. Jh. Bischofssitz (Bistum 1828
aufgehoben), im Jahr 1107 erkennt der ungarisch-kroatische König
Koloman der Stadt die Autonomierechte zu. 1123 wird Trogir von den
Sarazenen eingenommen und fast bis auf die Grundmauern zerstört. Die
Stadt erholt sich schnell und erlebt im 12. und 13. Jh. einen starken
wirtschaftlichen Aufschwung. Im Jahr 1242 sucht hier König Béla IV. vor
den Tataren Zuflucht.
Im 13. und 14. Jh. wählt das zum Fürstentum von Bribir gehörende
Trogir seine Fürsten am häufigsten aus den Reihen der Familie Subic;
unter ihnen ragt Mladen III. (1348) hervor, den die Inschrift auf der
Grabplatte in der Kathedrale von Trogir als "Schutzschild der Kroaten"
bezeichnet. Im Jahr 1420 beginnt die lange Zeit der venezianischen
Herrschaft. Nach dem Fall Venedigs im Jahr 1797 ist Trogir bis 1918
österreichisch (mit Ausnahme der französischen Besetzung von 1806-14)
und fällt danach wieder an das Mutterland.
Kulturerbe
Der auf
einem Inselchen liegende alte Stadtkern - seit 1997 in das
UNESCO-Verzeichnis des Weltkulturerbes eingetragen - bildete sich
vom 13. bis zum 15. Jh. innerhalb der Stadtmauern aus, die im 15. Jh.
von Venedig erneuert wurden. Zu jener Zeit entstanden auch zwei bis
heute erhaltene Befestigungen: das Kastell Kamerlengo und der
Markusturm. Der östliche und ältere Stadtteil entwickelte sich um den
Hauptplatz mit der Kathedrale. Der Westteil Pasika wurde später
besiedelt. Auf der Nachbarinsel Ciovo entwickelte sich während der
Türkenkriege eine neue Siedlung. Die Stadtmauern wurden zu Beginn des
19. Jh. niedergerissen.
In vergangenen Zeiten war Trogir eines der wichtigsten Kulturzentren
Dalmatiens. Hier wirkte im 13. Jh. Meister Radovan; im 15. Jh. wirkten
die Bildhauer und Baumeister Ivan Budisavljic, Matej Gojkovic, Niccolň
Fiorentino, Andrija Alesi, Giovanni Dalmata (unter dem Namen Ivan
Duknovic in Trogir geboren) und Blaz Jurjev Trogiranin, im 15. und 16.
Jh. die Humanisten Petar und Koriolan Cipiko sowie Fran Trankvil
Andreis, ein Freund des Erasmus von Rotterdam, und im 17. Jh. der
Geschichtsforscher Ivan Lucic.
Von Norden kommend betritt man die Stadt durch das im Stil der
Spätrenaissance geschaffene Stadttor (17. Jh.). Die schmalen und
malerischen Gassen mit mehreren schönen Palästen (Barockpalast
Garanjin-Fanfogna, heute Stadtmuseum; Lapidarium) führen auf den
Volksplatz. Auf der Nordseite des Platzes steht die dreischiffige
Kathedrale St. Laurentius (13.-14. Jh.) Durch eine Vorhalle gelangt man
zum Haupteingang, dem Radovan-Portal, dem bedeutendsten Werk
romanischer Plastik in Dalmatien, das 1240 von Meister Radovan und
einigen Assistenten angefertigt wurde. Das Portal flankieren zwei
Steinlöwen mit den darüberstehenden Skulpturen von Adam und Eva.
An den äußeren Pilastern sind Heiligengestalten zu sehen, an den
mittleren Genre-Darstellungen, die die einzelnen Monate symbolisieren,
und an den kleinen Innensäulen reihen sich Jagdszenen und
Fabeltiergestalten aneinander, umrahmt von einer üppigen
Pflanzendekoration. In der Lünette ist die Geburt Christi dargestellt.
Am Ende der Vorhalle steht eine Taufkapelle von 1467, die bedeutendste
erhaltene Arbeit von Andrija Alesi. Über dem Tor das Relief "Geburt
Christi", im Inneren ein Altar mit der Figur Johannes des Täufers,
darüber das Relief "St. Hieronymus in der Höhle".
In der Kathedrale befinden sich eine achteckige Steinkanzel aus dem
13. Jh., gotisches Chorgestühl (Ivan Budislavljic, 1439), über dem
barocken Hauptaltar ein Ziborium aus dem 14. Jh. mit der
Verkündigungsszene (Meister Mavro), an den Säulen und Altären u.a. ein
Porträt des Augustin Kazotic (Jacopo Palma d. J., 1599) sowie die
Gemälde "Grablegung Christi" und "Die hl. Magdalena" (Padovanino). Das
Nordschiff birgt die Kapelle des sel. Johannes Ursini, das schönste
Renaissancedenkmal in Dalmatien. Erbaut wurde sie 1468-97 von Niccolň
Fiorentino; die Skulpturen des hl. Thomas (1508) und des Evangelisten
Johannes stammen von Giovanni Dalmata (Ivan Duknovic). In der Sakristei
sind die Gemälde "St. Hieronymus" und "St. Johannes d. T." (Gentile
Bellini) sowie ein spätgotischer Holzschrank (Meister Grgur Vidov,
1458) zu bewundern. Besonders sehenswerte Exponate des Domschatzes sind
ein gotisches Triptychon aus Elfenbein und mehrere mittelalterliche
illuminierte Kodizes.
Das frühgotische erste Stockwerk des Glockenturms wurde 1422 von
Matej Gojkovic errichtet, der gemeinsam mit Meister Stjepan auch den
zweiten Stock in den gezierten Formen der venezianischen Spätgotik
gestaltete; das letzte Stockwerk schuf Trifun Bokanic (1592-1610) im
Stil der Spätrenaissance. An den Ecken des Kirchturmdaches erkennt man
die Skulpturen der vier Evangelisten (Allesandro Vittoria, 16. Jh.).
Auf der Südseite des Platzes steht die Stadtloggia aus dem 15. Jh.;
darin das Relief "Gerechtigkeit" (Niccolň Fiorentino, 1471) und ein
Relief des Banus Berislavic (I. Mestrovic). Neben der Loggia steht der
städtische Uhrturm, vormals die kleine Renaissancekirche St. Sebastian
(die Skulpturen Christi und des hl. Sebastians an der Fassade stammen
wahrscheinlich von Niccolň Fiorentino). Hinter der Loggia befindet sich
die frühmittelalterliche dreischiffige Kirche St. Barbara (11. Jh.),
die älteste in ihrer ursprünglichen Form erhaltene Kirche Trogirs.
Die Westseite des Platzes schließt der Cipiko-Palast ab, bestehend
aus dem Großen Palast (Portal von I. Duknovic) und dem Kleinen Palast,
welche durch die Straße voneinander getrennt sind. Auf der
gegenüberliegenden Seite steht das Rathaus aus dem 15. Jh. mit seiner
Fassade im romanischen Stil; an den Wänden des gotischen Innenhofs
erkennt man mehrere Wappen und einen Steinkopf (laut Überlieferung das
Porträt des Bildhauers Matej Gojkovic).
Die Straße führt am Rathaus vorbei und zum Ufer, wo die romanische
Kirche St. Johannes der Täufer (13. Jh.) mit Resten mittelalterlicher
Wehrmauern steht; im Kircheninneren befindet sich die Familiengruft
Cipiko, das Relief "Beweinung Christi" (Niccolň Fiorentino, um 1470);
seit einiger Zeit befindet sich hier eine Pinakothek mit Gemälden
(14.-17. Jh.), Statuen, Kodizes. Die Uferpromenade führt zum
Renaissance-Stadttor; rechts steht das Benediktinerinnenkloster (1064
gegründet, im 16. Jh. erweitert) mit der St.-Nikolaus-Kirche. Der
Renaissance-Glockenturm wurde 1598 erbaut.
In der Klostersammlung werden ein Kairosrelief, eine romanische
Muttergottes mit Kind, ein bemaltes gotisches Kruzifix u.a. aufbewahrt.
Der Uferweg führt weiter zur steinernen Fahnensäule Standarac (1605)
und weiter zum Renaissancepalast Lucic (1604) mit schönem Portal und
Innenhof. Rechts zweigt die Straße zur Renaissancekirche St. Petrus
(barocker Hauptaltar) ab. Westlich des Lucic-Palasts liegen das Kloster
und die Kirche St. Dominikus, letzteres ein einschiffiges gotisches
Bauwerk aus dem 14. Jh. mit Barockaltären. Das Kirchenportal ist ein
Werk des Meisters Nikola aus dem Jahr 1372. Das Innere birgt die
Familiengruft Sobota (Niccolň Fiorentino, 1469) und das Gemälde "Die
Beschneidung Jesu" (Jacopo Palma d. J., 1607); die Klostersammlung
besitzt ein gotisches Polyptychon (Blaz Trogiranin).
Nordwestlich des Klosters erhebt sich ein frei stehender Glockenturm
(1595), der zur einstigen Michaeliskirche gehörte, die 1944 durch
Bomben zerstört wurde. Am Südwestende der Stadtinsel liegt das Kastell
Kamerlengo, vormals Bestandteil der Befestigungsmauern. Der hohe Turm
des Kastells ruht auf den Mauern eines älteren Turms von 1380. Sein
heutiges Aussehen erhielt das Kastell im 15. Jh. Nördlich des Kastells
steht der runde Markusturm aus dem 15. Jh., und zwischen ihm und dem
Kastell eine klassizistische Gloriette aus der Zeit der französischen
Besetzung. Auf dem Stadtfriedhof 2 km nordöstlich von Trogir ist das
Relief "Gottvater" (Niccolň Fiorentino) zu sehen.
Weltkulturerbe
Trogir
wurde von griechischen Siedlern von der Insel Vis im dritten
Jahrhundert v. Chr. gegründet. Auf diesem antiken Nährboden liegt der
historische Kern der Stadt Trogir. Er stellt nicht nur an der Adria den
am besten erhaltenen romanisch-gotischen Komplex dar, sondern in ganz
Osteuropa. In dem mittelalterlichen, von Mauern umgebenen Stadtkern
befinden sich ein erhaltenes Schloss, ein Turm und eine Reihe von
Wohnhäusern und Palästen aus den Perioden der Romanik, Gotik,
Renaissance und des Barocks. Das prachtvollste Bauwerk Trogirs ist die
St.-Laurentius-Kirche. Das westliche Hauptportal ist ein Meisterwerk
von Radovan und das wichtigste Werk im romanisch- gotischen Stil in
Kroatien.
weitere Infos:
www.dalmacija.net/trogir.htm
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