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Insel Insel der mitteldalmatinischen Inselgruppe,
299,6 km2 (Länge 67,5 km, Breite 10,6 km),
11459 Einw.
Vor der Südwestküste Hvars liegen die Inseln Pakleni otoci
(Hölleninseln), vor dem zentralen Teil die Insel Scedro. Durch die
Mitte Hvars verläuft ein Bergkamm, dessen höchster Gipfel Sveti Nikola
(628 m) ist; nördlich davon liegt das fruchtbare Tal Velo polje. Die
Inselnordküste mit der großen Bucht von Stari Grad und einer Reihe
kleinerer Buchten ist viel stärker gegliedert als die Südküste.
Es herrscht ein mildes Mittelmeerklima. Die Lufttemperatur beträgt
in den Wintermonaten 9,1 °C, die Mitterwelte liegen im Januar bei 8,4
°C, im Juli bei 24,8 °C. Viel Sonnenschein (2718 Sonnenstunden im
Jahr). Schnee fällt selten; im Januar werden in einem Zeitraum von 10
Jahren durchschnittlich 5 Tage und im Februar 3 Tage mit Schneefall
verzeichnet.
Der einst die ganze Insel bedeckende Wald wurde in den Tälern zur
Gewinnung von Ackerland gerodet. Neben nacktem Felsgestein gibt es
stellenweise Macchia und Buschholz; in tieferen Lagen wachsen
Steineichen, Aleppokiefern u.a. Oberirdische Wasserläufe gibt es auf
Hvar nicht; am Berührungspunkt von Dolomitgestein und
Flysch-Mergelstein treten kleinere Quellen aus. Die einzige größere
Quelle liegt bei Jelsa, von wo aus eine Wasserleitung zur Stadt Hvar
führt.
Die meisten Ortschaften entwickelten sich um Velo polje; größere
Orte liegen an der Küste (Hvar, Stari Grad, Jelsa, Vrboska). Der
Fremdenverkehr ist besonders in der Stadt Hvar und in Jelsa entwickelt;
moderne Jachthäfen wurden in Vrboska und auf den Inseln Pakleni otoci
angelegt. Die größeren Ortschaften der Insel sind durch eine
Regionalstraße miteinander verbunden (Hvar-Stari
Grad-Jelsa-Bogomolje-Sucuraj). Fährverbindung über Hvar, Sucuraj, Stari
Grad und die Vira-Bucht.
Hvar war bereits in der Vorgeschichte besiedelt (die Höhlen Grapceva
spilja und Pokrivenik mit Funden von bemalter Keramik). Später wurde
die Insel von den Illyrern besiedelt, die zu Beginn des 4. Jh. v. Chr.
mit den griechischen Kolonisten um die Vorherrschaft kämpften. Noch
heute gibt es viele Hügelgräber aus der Illyrerzeit. Neben Korcula und
Vis hatte auch Hvar griechische Siedler aufgenommen, es ist aber die
einzige Insel mit einer ionischen Siedlung (Pharos, heute Stari Grad).
Von der alten Kolonie sind zum Teil Mauern, Gräber mit Keramikfunden
apulischer Herkunft und zahlreiche Inschriften erhalten.
Zur Zeit der römisch-illyrischen Kriege wächst die Bedeutung Hvars,
als seine Verwalter (v.a. Demetrius von Hvar) die Unabhängigkeit zu
bewahren bemüht sind. In der Römerzeit verliert Hvar seine einstige
Bedeutung. Nach dem Untergang des Römischen Reiches fällt Hvar mit ganz
Dalmatien unter byzantinische Herrschaft. Im 7. Jh. fällt die Insel an
das Adelsgeschlecht der Neretljani vom Festland, mit deren Fürstentum
es im 11. Jh. dem Königreich Kroatien angeschlossen wird. In den
folgenden Jahrhunderten erkennt Hvar zunächst die Souveränität der
kroatisch-ungarischen Herrscher an, sodann die des bosnischen Königs
Tvrtko, des Herzogs Hrvoje von Split, der Republik Dubrovnik, der
Venezianer (1278-1797, außer im Zeitraum von 1358-1420), zuletzt
Frankreichs und Österreichs. Nach dem 1. Weltkrieg fällt Hvar mit
Dalmatien an Kroatien.
Im 16. und 17. Jh. wirken hier bedeutende kroatische Schriftsteller
(Petar Hektorovic, Hanibal Lucic). Die Stadt Hvar und andere
Ortschaften der Insel sind reich an Kunst- und Architekturdenkmälern,
die von der Kunsttradition der Insel, dem wirtschaftlichen Wohlergehen
ihrer Bewohner, ihren durch die Jahrhunderte aufrechterhaltenen
Kontakten mit künstlerischen und kulturellen Zentren zeugen. |