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Süddalmatinisches Hafenstädtchen,
59 km nordwestlich von Dubrovnik,
581 Einw.
Im äußersten Nordwesten der Meerenge von Ston und an der
gleichnamigen Landenge, die die Halbinsel Peljesac mit dem Festland
verbindet.
Das historische Ston mit seinen berühmten Befestigungsmauern und
zahlreichen Denkmälern aus Kultur und Geschichte ist eines der
schönsten Beispiele einer befestigten Stadt und zugleich Zeuge der
Baukunst Dubrovniks. In den Gaststätten wird Einheimisches geboten, vor
allem Austern und andere Meeresfrüchte. Ston ist für seine Salinen
bekannt.
Das Ufer bei Ston und entlang der Meerenge sowie die Prapratna-Bucht
eignen sich besonders gut zu Baden, Fischen und Unterwasserjagd. Den
herrlichen Sandstrand säumen alte Olivenbäume, auch befindet sich hier
einer der schönsten Campingplätze dieses Gebiets. Außer
Wassersportmöglichkeiten stehen den Gästen auch verschiedene
Sportplätze zur Verfügung.
In der Römerzeit die Siedlung Stagnum. Auf dem Berg Starigrad sind
die Grundmauern eines römischen Castrums erhalten. Im 10. Jh. befand
sich in Ston der Sitz eines Bischofs, wahrscheinlich neben der Kirche
der Madonna von Luzine. Das heutige Ston wurde 1333 gegründet, als
Dubrovnik in den Besitz von Peljesac kam. Die Stadt wurde mit 980 m
langen Wehrmauern umgeben, die ein unregelmäßiges Fünfeck bildeten und
an den Ecken befestigt waren.
Von der Nordwestecke zweigt eine Mauer bis zum Gipfel des Berges
Pozvizd ab und verbindet sich mit der gleichnamigen Festung. Von der
Nordostecke erstreckt sich eine zweite Mauer über den Berg und die
Meerenge, um sich schließlich mit den Schutzmauern von Mali Ston zu
verbinden. An der Südwestecke steht die stärkste Bastion von Ston,
Veliki kastio. Östlich davon verlief ebenfalls eine Mauer, am Ufer
entlang bis nach Solila. Dieser riesige Befestigungskomplex wurde
1333–1506 von der Republik Dubrovnik errichtet.
Bekanntere Baumeister sind: der Gespan Bunic 1455, Bernardino aus
Parma 1461, Olivier der Franzose 1472-78 und Paskoje Milicevic
1488-1506. Bereits 1389 werden in Ston eine Schule, 1458 ein Armenhaus
(das Gebäude existiert noch) und 1494 ein Waisenhaus erwähnt. Die
sehenswertesten Profanbauten innerhalb der Mauern sind die im
Übergangsstil der Gotik und Renaissance erbaute Kanzlei der Republik
Dubrovnik, der Sorkocevic-Palast und der ehemalige Bischofssitz (1573;
Spätrenaissance, mit Säulenhalle, in dem ein Lapidarium untergebracht
ist). Der ehemalige, im Renaissancestil errichtete Rektorenpalast wurde
im 19. Jh. erweitert.
Das Franziskanerkloster mit Kreuzgang aus der Übergangszeit von der
Gotik zur Renaissance und die romanisch-gotische Nikolauskirche sind
1347 entstanden. Hier werden verschiedene Kunstgegenstände aufbewahrt:
ein großes bemaltes Kruzifix (eine Arbeit von BlaZ Jurjev Trogiranin),
die Silberbeschläge eines Missals, ein gotisches Schnitzbild des hl.
Nikolaus u.a. An der Stelle der heutigen pseudogotischen
St.-Blasius-Kirche (von 1870) stand der (beim Erdbeben von 1850
eingestürzte) Dom aus dem 14. Jh. Erhalten sind die Schnitzfiguren der
hll. Blasius, Petrus und Paulus sowie eine Marienikone von Andrea
Rizzo. Außerhalb der Stadtmauern wurde im 15. Jh. die
Verkündigungskirch errichtet, an der Stelle der älteren Pfarrkirche der
Madonna von Luzine. Vor der Kirche steht die Glöcknerloge mit zwei
großen Glocken (gegossen 1528 von Ivan Rabljanin). Auf dem Berg Sveti
Mihajlo ist die vorromanische Michaelskirche (9. Jh.) mit
hervorragenden frühromanischen Wandmalereien (königlicher Stifter mit
Heiligen) erhalten.
Auf dem Gebiet von Ston gibt es weitere alte Kirchen, die jetzt
größtenteils ruiniert sind. Dies sind: St. Petrus mit Gedächtniskapelle
(wahrscheinlich die erste Domkirche von Ston), St. Magdalena auf dem
Berg Gorica (Sarkophag, Reste von Wandmalereien), St. Johannes und St.
Stephanus (mit Grundmauern einer frühromanischen kleinen Kirche), die
frühromanische Martinskirche und die umgebaute Kirche der Madonna von
Luzine. |