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Stadt und Hafen im nordwestlichen Teil der gleichnamigen Bucht,
15 km südöstlich von Rijeka;
1853 Einw.;
Umfaßt auch den Weiler Vitasevo. Halbkreisförmiger Grundriß; besteht aus der älteren Siedlung Grad, die sich an den steilen Abhängen emporhebt, mit einer Burg des Adelsgeschlechts der Frankopanen (16. Jh.), und dem neueren, an der Küste gelegenen Stadtteil Primorje.
In der Vergangenheit war Bakar ein wichtiger Handelshafen, ein Fischer-, Weinbau-, Schiffbau- und Seefahrtszentrum mit einer Seefahrtschule (1849 gegründet). Den wirtschaftlichen Niedergang von Bakar verursachte die Entwicklung der Dampfschiffahrt und besonders der Bau einer Eisenbahnlinie nach Rijeka (1873), die Bakar umgangen hat. Die Abzweigung Bakar–Skrljevo wurde 1931 errichtet. Die unmittelbare Umgebung des Städtchen zeichnet sich durch viele Grün- und Gartenflächen aus. Unweit von Bakar wurde eine Kokerei errichtet, die das Ökosystem der Bucht stark gefährdet hat; sie wurde 1995 geschlossen und abgebaut. Der Hafen ist an ein Flußhafenbecken angeschlossen und für Schüttgut bestimmt. Die kleine Werft dient zum Bau und zur Reparatur von Schiffen.
In der jüngsten Vergangenheit war Bakar ein bedeutendes Zentrum der Thunfischerei an der nördlichen Adria. Der Ort wird von zahlreichen Touristen besucht. Die Fischer von Bakar versorgen die in der Nähe liegende Stadt Rijeka, das ferne Triest und sogar Venedig. Für den zukünftigen Tourismus sind gewiß außer dem mit Kiefernwald bewachsenen Badestrand auch die malerischen Weinberge in der Bucht von Bakar nicht uninteressant; unter ausländischen Besuchern ist der bekannte Schaumwein "Bakarska vodica" sehr beliebt. Durch die falsch gelenkte industrielle Entwicklung wurden diese natürlichen Ressourcen stark gefährdet; in der letzten Zeit wird der Umweltproblematik in Bakar und der ganzen Bucht wieder die einstige Aufmerksamkeit geschenkt, wodurch die Voraussetzungen für eine qualitätsorientierte Entwicklung im Tourismus, wie in der weiteren Umgebung von Bakar, geschaffen werden. Im Binnenland von Bakar liegt ein Waldökosystem mit hundertjährigen Wäldern und einem üppigen Karstrelief. Über die kurvenreiche Straße erreicht man über Gornje Jelenje (882 m, 19 km) die Orte Lokve, Crni Lug und den Nationalpark Risnjak. Im Winter ziehen die bekannten Skizentren Platak, Delnice, Mrkopalj und Bjelolasica zahlreiche Besucher an.
Der Margaretensommer bietet ein interessantes Kultur- und Kunstprogramm (Konzerte, Abende der Cakawischen Mundart) sowie Begegnungen mit Künstlern anläßlich der Veranstaltung "Mare croaticum" (27.–31. Juni).
Geschichte An der Stelle von Bakar befand sich in der Antike eine bedeutendere Siedlung, wahrscheinlich die römische Volcera. Im Mittelalter gehörte Bakar zur Gemeinde von Vinodol, die seit 1225 unter der Herrschaft der Fürstenfamilie Frankopan von der Insel Krk stand. Zum ersten Mal wird es 1288 im Gesetzbuch von Vinodol erwähnt. Im 15. und 16. Jh. wechselt es mehrmals die Herrscher. Seit 1550 unter den Fürsten Zrin-ski, fällt es nach dem Untergang des Fürstenhauses (1671) unter die österreichische Herrschaft. Seit 1749 gehörte es zum Österreichischen Küstenland, 1882 wurde es an Kroatien annektiert.
Kulturerbe Der alte Stadtteil (Grad) hat seine mittelalterliche städtebauliche Struktur bewahrt. Die an der höchsten Erhebung des Ortes gelegene Burg wurde in der ersten Hälfte des 16. Jh. errichtet; allmählich wurde sie zur Residenz, im 18. Jh. wird ihre südliche zweistöckige Stirnseite als Palastfassade umgebaut. Unterhalb der Burg wurde 1830 die dreischiffige St.-Andreas-Pfarrkirche errichtet. Die Kirche birgt einige Barockaltäre, ein Altarblatt (Hl. Dreifaltigkeit) von Girolamo de Santacroce und ein Gemälde von Janez SubiC auf dem Hauptaltar. In der Schatzkammer werden ein romanisches Kruzifix aus dem 14. Jh., die Gebeine der hl. Ursula aus dem 16. Jh. und mehrere Barockkelche aufbewahrt. In der Heilig-Kreuz-Kirche, die im 17. Jh. umgebaut wurde, ist das spätgotische Kruzifix auf dem Hauptaltar beachtenswert. Im Stadtteil Primorje liegt die barocke Margaretenkirche aus dem Jahr 1668 mit Gemälden aus dem 17. und 18. Jh. In der aus dem 16. Jh. stammenden Marienkirche auf dem Friedhof werden mehrere Werke unbekannter venezianischer Maler des frühen 16. Jh. bewahrt. Weitere interessante Gebäude sind: das Pfarrhaus aus dem Jahre 1514, das Hospiz aus dem Jahr 1526, das Bischofspalais mit dem alten Bischofswappen aus dem Jahr 1494, das “Türkische Haus” und das “Römische Haus”. – Das in einem 1690 errichteten Gebäude untergebrachte Stadtmuseum beherbergt eine archäologische Sammlung, ein Archiv mit kulturhistorischen Exponaten (glagolitische Inschriften), mehrere alte Porträts, Navigationsinstumente, verschiedene kunstgewerbliche Gegenstände u.a.
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