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Istrien
Rovinj
Stadt mit Hafen an der Westküste Istriens
36 km westlich von Pula
12910 Einw.


Rovinj
Rovinj ist einer der bestentwickelten Fremdenverkehrsorte Kroatiens. Das reichhaltige touristische Angebot, das malerische Ambiente der Altstadt sowie die üppigen Kiefernwälder in der Umgebung (Zlatni rat ist ein Waldpark und die Inseln und Küste Rovinjs wurden zur geschützten Landschaft erklärt) ziehen zahlreiche Gäste an.

Die Dampfschifflinie nach Triest (seit 1845) und die Bahnlinie nach Wien (1876) haben den Aufschwung des Tourismus ermöglicht. 1896 gab es bereits den Seebad Val di Leone und mehrere Herbergen (Alla cittŕ di Trieste, Al Miramar, Alla porta antica und Al vecchio albergo). Als offizieller Beginn des Tourismus in Rovinj gilt das Jahr 1888, als das klimatische Kurbad Maria Theresia in der Stadt eröffnet wurde. Gegründet wurde diese älteste Einrichtung dieser Art an der kroatischen Küste von der Wiener Gesellschaft zur Förderung und Entwicklung von Seebädern und Heimen für bedürftige Kinder, Skrofulose- und Rachitispatienten. Der Kurort wurde von Kindern aus ganz Österreich-Ungarn und aus anderen Ländern besucht. Es folgte der Bau des Hotels "Jadran" (heute Centar), das vor dem 1. Weltkrieg vom Bauunternehmen der Rovinjer Hotels errichtet wurde, weil immer mehr Touristen und Prominente ihren Urlaub in Rovinj verbringen wollten. Der polnische Graf Ignaz-Karol Korwin Milewsky kaufte 1905 die kleine Insel Sveta Katarina, bewaldete sie und ließ hier zwei Schlösser bauen. 1890 kauft Baron Georg von Hüterodt die Insel Sveti Andrija und baut das ehemalige Kloster zu einem Hotel um. Die Insel wird zum beliebten Sommerferienort zahlreicher österreichischer und ungarischer Gäste (Gedenkbuch Cissa-Insel).

In der Zwischenkriegszeit kommt es vorläufig zum Stillstand. Nach dem Krieg werden viele verlassene Gebäude zu gewerkschaftlichen Ferienheimen umgebaut und seit 1947 verbringen viele Kinder aus Zagreb ihre Ferien auf der Insel Sveta Katarina. Zu einem Wendepunkt im Rovinjer Tourismus kommt es 1959, als das Trinkwasserproblem mit dem Anschluß an die Istrische Wasserleitung aus Buzet gelöst wird.

Rovinj Sv. Katerina
Die Riviera von Rovinj ist durch zahlreiche Hotels, Feriensiedlungen, Campingplätze und Jachthäfen sowie verschiedene gastgewerbliche Einrichtungen und das Unterhaltungszentrum "Monvi" gut erschlossen. In den Räumen des Unternehmens "Jadranturist" werden täglich Unterhaltung und Freizeitgestaltung geboten – dazu gehören u. a. Morgengymnastik, Aerobic, Tischtennis, Kinderprogramm, Gesellschaftsspiele, Spaziergänge mit Besichtigung der Stadt, der Museen, des Aquariums, des Waldparks Zlatni rat – Punta Corrente, Schach, Tanzschule, Spiele am Pool. Am Abend können die Gäste an der Tombola teilnehmen. An den sogenannten "süßen Nächten", werden neben Tanz auch Kuchen und Champagner geboten. Lustig geht es auch bei den Miss- und Misterwahlen sowie an den Tanzabenden zu.

Veranstaltungen:

Der Grand Prix von Rovinj – internationales Radrennen (Februar), an der Riviera von Istrien.
ATP Tennis-Turnier (April), die Regatta Rovinj-Pesaro-Rovinj (Mai), Modri biser – Internationales Festival junger Schlagersänger (Juli), Grisia – Gemäldeausstellung im Freien (August) – entlang der bekanntesten Straße der Altstadt stellen viele europäische und kroatische Künstler ihre Werke aus, das Rovinj-Fest (August), St. Euphemia (16. September), der Tag der Schutzheiligen der Stadt Rovinj mit einem reichen gastronomischen Angebot, viel Unterhaltung und einem Feuerwerk.

Sport und Freizeit nehmen einen bedeutenden Platz im touristischen Angebot Rovinjs ein. Veranstaltet werden Wettkämpfe, Turniere, Sportkurse (Tennis, Tauchen, Windsurfen u.a.) und Trainingslager. Sportplätze und Ausrüstung kann man mieten, oder das eigene Equipment instandhalten. Den Gästen stehen Fußball-, Basketball-, Handball- und Volleyballplätze, eine Mehrzweck-Sporthalle, eine Kegelbahn mit acht Bahnen, ein Freibad (mit großem Becken) und ein Hallenbad für Schwimmsport und Wasserball, Fitness-Hallen, Trimmpfade und Radfahrwege zur Verfügung. Von sonstigen Wassersportarten sind Segeln, Rudern, Surfing und Wasserski besonders beliebt.

Der Jachthafen ACI Rovinj verfügt über 420 Liegeplätze im Meer und 100 Stellplätze an Land für Boote von 4 bis 13 m Länge.


Geschichte

Rovinj wird erstmals im 7. Jh. erwähnt, und zwar unter dem Namen Rovignio (Ruigno). Seit dem 6. Jh. gehörte die Stadt dem Exarchat von Ravenna an, 788 war sie Teil des fränkischen Staates, später wurde sie mehrere Jahrhunderte lang von verschiedenen Feudalherren gehalten. Ab 1209 steht sie unter der Herrschaft des Patriarchats von Aquileia, ab 1283 unter Venedig. Eigenes Statut seit 1531. Nach dem Untergang Venedigs fiel Rovinj an Österreich, 1918 an Italien. Anschluß an das Mutterland im Jahr 1945.


Kulturerbe

Rovinj ist ein typisches mediterranes Städtchen. Es wurde bereits im Frühmittelalter mit einer doppelten Wehrmauer und mit einem dreifachen Tor befestigt (von den Venezianern im 15. Jh. erneuert und verstärkt). Das Bollwerk wurde später eingerissen oder in neuere Bauwerke eingefügt. Ab dem 17. Jh. breitet sich Rovinj auch außerhalb der Stadtmauern aus, und 1763 wurde die kleine Insel mit dem Festland verbunden.

Die barocke, dreischiffige Euphemienkirche (St. Fuma), die an der Stelle einer älteren Kirche errichtet wurde, erhebt sich über der Stadt; die Fassade stammt aus dem Jahr 1883. Neben dem Seitentor ist ein Marmorrelief mit der Heiligen aus dem 14. Jh. zu sehen. Das Innere birgt den spätantiken Sarkophag der hl. Euphemia aus dem 6. Jh. (im 15. Jh. restauriert), eine gotische Plastik aus dem 15. Jh. sowie die Gemälde Das letzte Abendmahl und Christus im Garten von Gethsemani aus dem 16. und 17. Jh. Der 60 m hohe Glockenturm, den die Euphemienstatue krönt, wurde von 1654 bis 1680 nach den Bauplänen von Antonio Manapolo errichtet. – Nahe des Hafens steht der Uhrturm, der barocke Balbi-Bogen (1680) und an der Stelle des Stadttors auch das einstige Rathaus aus dem 17. Jh. (heute ein Museum). In der Stadt sind mehrere Paläste aus der Renaissance- und Barock-epoche besonders sehenswert. Auf dem Valdibora-Platz steht das Gebäude des Stadttheaters. Im Ostteil der Stadt liegt die Klosteranlage der Franziskaner (reiche Klosterbibliothek) mit der Franziskuskirche aus dem Jahr 1810; auf dem Südplatz (Trg na lokvi) steht das älteste Denkmal in Rovinj – die romanische polygonale Kapelle der Hl. Dreifaltigkeit aus dem 13. Jahrhundert. Auf der Halbinsel Muntrav, südlich von Rovinj, liegt ein großer Park mit seltenen Exemplaren mediterraner Vegetation. Hier befinden sich die alten Steinbrüche, aus denen der Stein, der beim Bau des Dogenpalastes und anderer repräsentativer Bauwerke in Venedig verwendet wurde, stammt. Das Heimatmuseum von Rovinj beherbergt eine reiche Gemäldesammlung aus der Zeit vom 16. bis zum 18. Jh. sowie eine Sammlung zeitgenössischer Kunst. – Die in Rovinj lebenden und wirkenden Künstler veranstalten jeden Sommer in Grisia eine eintägige Gemäldeausstellung im Freien.

Foto:
KROATISCHE ZENTRALE FÜR TOURISMUS

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