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Süddalmatien - Region Dubrovnik |
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Dubrovnik - Das Kulturerbe |
Dubrovnik ist eine Stadt von höchstem Denkmalwert und in künstlerischer
Hinsicht sehr bedeutend. Die Stadtmauer und die Festungsbauten
außerhalb der Mauern wurden vom 12. bis zur 2. Hälfte des 17. Jh.
errichtet, verstärkt und ausgebaut. An diesen Arbeiten waren viele
Baumeister beteiligt (Nicifor Ranjina 1319, Michelozzo di Bartholomeo
1461-64, Juraj Dalmatinac 1465-66, Paskoje Milicevic 1466-1516, Antonio
Ferramolino 1538, Mihajlo Hranjac 1617 u.a.) Die Hauptmauer mit
Wehrgang ist 1940 m lang, zur Landseite 4-6 m, zur Seeseite 1,5-5 m
breit und bis zu 25 m hoch. Sie wird durch 3 runde und 14 viereckige
Türme, fünf Bastionen, zwei Ecktürme und die große Johannsfestung
verstärkt. Von den Türmen ist der runde Minceta-Turm an der
Nordwestecke der Wehrmauern der monumentalste. Die auf der Landseite
parallel zur Hauptmauer verlaufende Außenmauer verstärken eine größere
und neun kleinere halbrunde Bastionen sowie die kasemattierte
Bokar-Festung, der älteste erhaltene Festungsbau dieser Art in Europa.
Zur Verteidigung der Stadt dienten auch zwei einzeln stehende Anlagen:
Revelin (1539–51) im Osten und Lovrijenac im Westen. Letztere sitzt
einem 46 m aus dem Meer aufragenden Felsen auf und wurde Chroniken
zufolge im Jahr 1050 begonnen. Dubrovnik hatte vier Stadttore, zwei zur
Hafenseite und zwei Landtore (mit Zugbrücken). Die Wehrmauern der Stadt
sind in ihrem ursprünglichen Zustand erhalten. Die Mauer ist unterhalb
der Glokkenturmloge (Luza zvonare) oder bei der Erlöserkirche auf dem
Platz Poljana Paskoja Milicevica zu erreichen. Vom Eingang unterhalb
der Glöcknerloge führt der auf der Mauer verlaufende Weg oberhalb der
Straße Ulica izmedu Vrata od Ploca vorbei (links liegen der
Sponza-Palast, die Dominikaner-, die St.-Lukas- und die
Verkündigungskirche, rechts sieht man den Stadthafen und die
Revelin-Festung). Dann steigt der Weg über das innere Ploce-Tor zum
Jakobsturm an (links sieht man die Stadt) und führt, vorbei an den
Türmen Drezvenik, Nad svetim Vidom (St. Veit), St. Luzia und St.
Barbara, bis an den Minceta-Turm. Von hier aus führt der Weg über die
Westmauer bergabwärts an den Türmen Gornji ugao und St. Franziskus
vorbei, bis zum inneren Stadttor von Pile (hier endet der Rundgang über
den Nordteil der Mauer). Der Rundgang über den Südteil setzt sich fort
am Puncijela-Turm (rechts mit Blick auf die Lovrijenac-Festung), führt
vorbei an der Bokar-Festung (links Blick auf die Stadt, rechts auf die
offene See) und an den Türmen St. Marien, Mrtvo zvono, Zvijezda, St.
Margareten, St. Stephan, dem Erlöserturm bis zum Eckturm St. Johannes
(Blick auf den Stadthafen, den Sergiusberg und den Ostteil der Stadt).
Sodann kommt man am Stadthafen und oberhalb der Straße Kneza Damjana
Jude vorbei, über das Ponte-Tor, vorbei an der Rückseite des
Rektorenpalastes und des Volkstheaters, passiert das Arsenal und kommt
zurück zur Glockenturmloge.
Der Mittelpunkt des öffentlichen Lebens ist seit jeher der
Luza-Platz. Von hier aus erstreckt sich in westlicher Richtung die
Pulsader des Stadtkerns – die Flanierstraße Placa (Stradun). Auf der
Nordseite des Platzes sieht man den Sponza-Palast und in der Platzmitte
die Rolandsäule (Orlandov stup) aus dem 15. Jh. An dieser Stelle wurden
Anordnungen ausgegeben, Feierlichkeiten angekündigt und öffentliche
Bestrafungen ausgeführt. Die (auch in den Säulenfuß eingemeißelte)
rechte Elle des dargestellten Kriegers war offizielles Längenmaß (Elle)
in der Republik Dubrovnik. Auf der Südseite steht die barocke
St.-Blasius-Kirche (erbaut 1706-14 von Marino Gropelli). Die
Blasiussäule aus vergoldetem Silber mit der Maquette der Stadt (Mitte
des 15. Jh., auf dem Hauptaltar) und zwei Steinskulpturen (St. Blasius
und St. Hieronymus) sind Werke des Bildhauers Nikola Lazanic aus Brac
vom Ende des 16. Jh. und stammen ursprünglich aus der alten
Blasiuskirche aus dem 14. Jh. Auf der Ostseite des Luza-Platzes stehen
die Glockenturmloge, der Stadtglockenturm und das
Hauptwachmannschaftsgebäude. Die Glocken der (1463 errichteten)
Glockenturmloge riefen zu Versammlungen auf und meldeten Alarm. 1444
erwähnen Urkunden den Bau des Stadtglockenturms. Die Uhr mit zwei zur
vollen Stunde erscheinenden Menschenfiguren aus Holz ("zelenci") wurde
von Luka, einem Sohn des Admirals Miha, angefertigt (1476 wurden sie
von einem unbekannten Meister in Bronze gegossen). Die heutige Glocke
(1506) ist ein Werk von Ivan Krstitelj von Rab. Der Stadtglockenturm
wurde 1929 vollständig restauriert. Das Gebäude der Hauptwache wurde
1706-08 von Marino Gropelli erbaut. In einer Nische vor der Hauptwache
sieht man den Kleinen Onofrio-Brunnen, dessen figurale Dekoration um
die Mitte 15. Jh. von Petar Martinov aus Mailand angefertigt wurde. An
die Hauptwache lehnt sich das (1863-64 nach Plänen von Antonio
Vecchietti) im Stil der lombardischen Neurenaissance erbaute Städtische
Rathaus an. Zum selben Komplex gehört auch das zur selben Zeit
entstandene Volkstheater (Bonda-Theater). Hier standen einst die
Gebäude des Großen Rates (1303 erstmals erwähnt, 1489 erweitert, 1817
ausgebrannt) und des Großen Arsenals (erste Erwähnung 1272, um die
Mitte des 19. Jh. abgerissen, der zum Stadthafen ausgerichtete Teil ist
erhalten). Neben dem Rathaus steht der Rektorenpalast, ein Bauwerk mit
Merkmalen der Gotik und Renaissance, errichtet nach Entwürfen von
Onofrio della Cava an der Stelle eines befestigten Schlosses aus dem
12. oder 13. Jh., das 1435 bei einer Schwarzpulverexplosion zerstört
wurde. Der Portikus im Erdgeschoß wurde 1463 nach einer zweiten
Explosion von Petar Martinov aus Mailand im Renaissancestil
wiederaufgebaut. Der Palast fiel dem Erdbeben von 1667 zum Opfer, die
Renovierungsarbeiten führte (bis 1739) der Baumeister Jerolim Skarpa
von Korcula aus. Den Mittelpunkt bildet das Atrium mit Arkaden (im
Erdgeschoß zu drei, im Obergeschoß zu vier Seiten). Eine prunkvolle
Treppe führt zu den Gemächern im Obergeschoß. Links befinden sich die
Räume des ehemaligen Archivs (bemalte Rokokoschränke). Im Atrium steht
eine Büste von Miho Pracat (eine Arbeit P. P. Jacomettis, 1637), das
einzige Denkmal, das die Republik einem verdienten Bürger erhoben hat.
Über dem Tor, durch das man einst das Gebäude des Großen Rats betrat,
steht die Inschrift: OBLITI PRIVATORUM PUBLICA CURATE (Vergeßt
persönliche Sorgen und kümmert euch um öffentliche Angelegenheiten).
Auf der Ostseite des Platzes Poljana Marina Drzica steht der
Bischofspalast (ehemaliger Sorkocevic-Palast). Die Straße Kneza Damjana
Jude führt daran vorbei und bis zur Johannsfestung (heute Aquarium
sowie Seefahrts- und Ethnographisches Museum). Die Kirche der Madonna
von Karmel (1628-36) ist ein barockes Bauwerk. Auf einem C. Regio
zugeschriebenen Gemälde ist das Sommerhaus Sorkocevic in Lapad
dargestellt. Südlich der Poljana Marina Drzica liegt das alte
Stadtviertel Pustijerna (Zugang über die Arkaden). Hier findet man in
der Resticeva-Straße den Renaissancepalast Skocibuha
(Bizzarro-Ohmucevic, ausgeführt 1549-53 von Josip und Ivan Andrijic
nach Bauplänen von Antonius von Padua), das besterhaltene Privatgebäude
aus der Zeit vor dem großen Erdbeben von 1667, und den gotischen
Zamanji-Palast. In der Stulina-Straße befinden sich Ruinen der
altkroatischen, später erweiterten Stephanskirche, die von Konstantin
Porphyrogennetos (um die Mitte des 10. Jh.) erwähnt wurde. Die
Westseite der Poljana M. Drzica beherrscht die monumentale Front der
barocken Kathedrale, erbaut 1672–1713 an der Stelle des einstigen
romanischen Doms, der beim Erdbeben von 1667 einstürzte. Der Bauplan
stammt von A. Buffalini, die Baumeister waren P. Andreotti, P. A.
Bazzi, Fra Tommaso Napoli und Ilija Katicic, der die Bauarbeiten
beendete. Die Kirche birgt Gemälde von Antun von Padua, J. Palma d. J.,
G. G. Savoldo, Parmeggianino, Bordone u.a. Der Hauptaltar trägt ein
großes Mariä Himmelfahrt geweihtes Polyptychon (auf den Seitenflügeln
die Darstellungen der hll. Blasius und Lazarus, Nikolaus und Antonius
Abt), ein Werk Tizians und seiner Helfer (nach 1552). Der Domschatz
(Eingang zur linken Seite des Hauptaltars) birgt zahlreiche
verschiedenförmige Reliquiare aus Gold und Silber, ferner einen großen
Waschtisch mit Wasserkrug aus vergoldetem Silber, auf dem die Flora und
Fauna Dubrovniks dargestellt ist (W. Jamnitzer, um 1550). Die
Androviceva-Straße führt zur 1735 von P. Passalacqua projektierten
Treppe Uz jezuite ("Bei den Jesuiten"). Die Treppe führt zur Poljana
RuDera Boskovica mit der barocken Jesuitenkirche St. Ignaz (1725 nach
Plänen von A. Pozza abgeschlossen). In der Apsis hinter dem Hauptaltar
sieht man Wandgemälde von G. Garcia (1737-38). Im Glockenturm hängt die
älteste bekannte Glocke von Dubrovnik, die 1355 von Vivencije und
seinem Sohn Viator gegossen wurde. Neben der Kirche steht das barocke
Gebäude des einstigen Dubrovniker Jesuitenkollegs (1735, nach Plänen
der Jesuiten Ranjina und Canauli). An der Eingangstreppe sieht man ein
Relief mit Inschrift (1481). Die Strossmayerova-Straße führt von der
Jesuitentreppe weg nach Westen. Im einstigen Katharinenkloster ist
jetzt die Musikschule untergebracht; in der ehemaligen Kirche entdeckte
man Grundmauern und Krypta der Kirche St. Peters des Großen, des ersten
Doms von Dubrovnik, mit vielen Flechtwerkfragmenten. In der an die
Strossmayerova-Straße anschließenden Rupe-Straße steht ein großes
zweistöckiges Gebäude, Rupe genannt, das als Kornspeicher diente
(erbaut 1542-90, 1940 restauriert), unter dem Gebäude liegen 15 große
in Fels gehauene Vorratskammern (Fassungsvermögen etwa 1500 t), wo eine
konstante Temperatur von 17,5 °C herrscht. Im Gebäude befindet sich nun
das Rupe-Museum. Von hier aus kommt man durch die Ulica od Domina zur
Siroka ulica. Die Domino-Kirche wurde an der Stelle einer beim Erdbeben
1667 eingestürzten Kirche errichtet. Die Krypta läßt vermuten, daß die
alte Kirche dreischiffig war, ein erhaltenes Seitenschiff dient jetzt
als Sakristei. Das Relief des Hauptaltars ist ein Werk A. Vaccaros. Die
Hauptgeschäftstraße des heutigen Dubrovnik ist die Ulica od puca.
Auf ihrer Südseite sieht man die Josephskirche, die nach dem Erdbeben
1667 an der Stelle der einstigen Jakobskirche aus dem Jahr 1299 erbaut
wurde. Ihr gegenüber steht eine orthodoxe Kirche (1877) mit einer
kulturhistorischen und einer Ikonensammlung. Die Straße führt nach
Osten zur Gunduliceva poljana, wo man ein Denkmal des Dichters Ivan
Frane Gundulic bewundern kann (ein Werk von Ivan Rendic, 1893).
Auf der Nordseite des Platzes Trg Luza steht der monumentale
Sponza-Palast (Divona, Fondik), erbaut 1515-22 im Übergangsstil der
Gotik und Renaissance nach Entwürfen von Paskoje Milicevic. Die
Steinmetzarbeiten wurden von Nikola und Josip Andrijic ausgeführt. Der
Palast diente als Zollamt (unter der zeitweiligen Bezeichnung Divona),
als Münzstätte, Staatskasse, Bank und Fondaco (Kauf- und Lagerhaus).
Zur Renaissancezeit und später hatten die Akademien von Dubrovnik darin
ihren Sitz. Vor der Stirnseite im Erdgeschoß steht ein
Renaissanceportikus; das erste Stockwerk hat gotische, das zweite
Renaissancefenster. Der Gebäudehof ist von Bogengängen umgeben. An der
frontal gelegenen Loggia (in der die Originale der die Stunden
anzeigenden "zelenci" sowie das alte Uhrwerk vom Stadtglockenturm
aufbewahrt werden) ist eine lateinische Inschrift zu lesen: FALLERE
NOSTRA VETANT ET FALLI PONDERA - MEQUE FONDERO DUM MERCES, PONDERAT
IPSE DEUS (Es ist uns untersagt, zu betrügen und Maße zu fälschen, und
während ich Waren wäge, wägt Gott mit mir). Im Sponzapalast befindet
sich das Staatsarchiv der Republik Dubrovnik (mit rund 2,7 Mio.
Schriftseiten verschiedener Urkunden, Ausweise, Verträge u.a. vom 13.
Jh. bis zum Fall der Republik). Unterhalb der Glockenturmloge führt
der Weg am Stadtglockenturm vorbei zur Stadtmauer. Ein Mauerdurchgang
führt zum Stadthafen. Der Bau der Hafenanlagen begann mit der
Aufschüttung des Kanals zwischen der kleinen Lava-Insel und dem
Festland. 1266 baute man vier Türme, 1305 entstanden die Kaimauern. Am
Arsenal (13. Jh.) nimmt 1489 Paskoje Milicevic Umbauten vor. 1535 wird
es verlängert; ein Gebäudeteil wird 1863 beim Bau des Theaters
abgerissen, in einem anderen richtet man 1933 das Stadtcafé ein. Durch
die Ulica Svetoga Dominika gelangt man zum Kloster und zur Kirche
der Dominikaner (der Weißen Fratres), die 1225 nach Dubrovnik kamen.
Der Bau der heutigen Klosteranlage begann Anfang des 14. Jh. Die ersten
bekannten Baumeister der Kirche waren Nikola und Juraj, Söhne des
Protomagisters Lovro aus Zadar. Die Kirche wurde mehrmals umgebaut,
besonders nach dem Erdbeben von 1667, nach der französischen Besetzung
(als sie als Pferdestall und Lager diente) sowie im Jahr 1883. Im
Innern findet man rechterhand ein Gemälde der Verkündigung an Maria mit
einer Reihe von Gemälden aus der Geschichte der Dubrovniker Dominikaner
(N. Bozidarevic, 1513), einen auf die Ulica izmedu Vrata od Ploca
führenden Ausgang (einst der Kirchenhaupteingang, das einzige
romanische Portal aus dem 13. Jh. in Dubrovnik, dem 1419 eine gotische
Rahmung hinzugefügt wurde), ferner den Altar des hl. Vinzenz Ferreira
mit einer Statue des Heiligen aus dem 15. Jh. sowie ein Gemälde der
Himmelfahrt Mariä mit einer Vedute von Dubrovnik (signiert von dem
unbekannten Meister A. B. D., um 1648/58). Links steht ein Altar,
dessen Pala die zwischen dem hl. Blasius und dem Erzengel Raphael
stehende hl. Magdalena mit der Gestalt eines Stifters aus der Familie
Pucic darstellt (Tizian, um 1554). Des weiteren sieht man einen Altar
mit barockem Kruzifix, eine spätgotische Steinkanzel aus dem 15. Jh.,
einen Altar mit dem Gemälde "Das Wunder des hl. Dominikus" (Vlaho
Bukovac, 1912) sowie das Gemälde "Ausgießung des Heiligen Geistes" mit
der Gestalt des Stifters Skocibuha (A. Vaccaro, 1. Hälfte des 17. Jh.).
Im Sanktuarium befindet sich rechts die Kapelle der Familie Lukarevic
aus dem 15. Jh. mit einem Triptychon von Mihajlo Hamzic (1512) und
links die Kapelle der Familie Gundulic (Luka Paskojev, 1536) mit
Triptychon (Nikola Bozidarevic, nach 1458). Auf dem Hauptaltar (1603)
steht ein Gemälde der Rosenkranzmadonna (unbekannter Künstler, 17.
Jh.). Unter dem Bogen, der das Schiff vom Sanktuarium trennt, ist ein
bemaltes Kruzifix von P. Veneziano aus dem Jahr 1352 zu sehen. Die
Sakristei wurde 1458 von Paskoje Milicevic erbaut, darin befinden sich
ein Weihwasserbecken (Ende des 15. Jh.), ein großes Kruzifix (Anfang
des 16. Jh.) und mehrere Grabsteine. Über der Sakristei erhebt sich ein
vierstöckiger Glockenturm mit Laterne, dessen Bau 1390 von Cecho aus
Monopolia eingeleitet wurde. 1404–1531 waren mehrere einheimische
Meister an den Arbeiten beteiligt. Im Turm hängen drei alte in
Dubrovnik gegossene Glocken. Die erste entstand 1463 (Bartolomeo de
Cremona), die zweite 1515 (Ivan Krstitelj von Rab) und die dritte 1622
(Gaudencije Lastovac). Den Kreuzgang des Klosters schmücken schlanke
Arkaden (Übergang Gotik - Renaissance), ausgeführt von einheimischen
Meistern nach teilweise abgeänderten Bauplänen von Maso di Bartolomeo.
Auf der Ostseite des Kreuzgangs befindet sich der Kapitelsaal mit einem
Altarbild von Nikola Bozidarevic (1513) und der Gruft des Dichters
Dinko Ranjina (1531-1607). Im Museum findet man wertvolle Exemplare der
Dubrovniker Goldschmiedekunst. Die Gemäldesammlung umfaßt den Zeitraum
vom 14. Jh. bis heute (Tizian, Charonton, Lorenzo di Credi, Vasari).
Die Klosterbibliothek birgt 217 Kodizes (einige davon illuminiert), 239
Inkunabeln, 16000 Bände gedruckter Bücher, Urkunden von großer
Bedeutung für die Geschichte Dubrovniks. Hervorzuheben sind die
Inkunabeln von A. Paltasic und D. Dobricevic, die Reden Savonarolinis
aus dem Jahr 1497. An die Dominikanerkirche schließt die
Sebastianskirche an (1466_69), die während der französischen Besetzung
zum Gefängnis umgebaut wurde und daher bedeutende Veränderungen erfuhr.
Der Durchgang neben der barocken Rosenkranzkirche verbindet die Ulica
izmedu Vrata od Ploca mit Prijeko, der nördlichen Hauptstraße der
Altstadt. Links steht die frühromanische Nikolauskirche, die später um
ein gotisches Schiff erweitert wurde. 1607 wurde sie verlängert und
bekam eine Spätrenaissanse-Fassade (Inschrift und Datum auf dem
Architrav). Als Antependium des Hauptaltars dient eine frühromanische
Steinplatte mit Motiven der Flechtwerkornamentik. Die Zlatarska- Straße
führt den Berg hinauf zur Ulica Peline (die dem Nordteil der
Stadtmauern bis zum Minceta-Turm folgt). An der Ecke, vor dem einstigen
Jakobstor, steht die erstmals 1225 erwähnte kleine Kirche St. Jakob in
Peline mit romanischen Merkmalen. Die Prijeko-Straße führt hinab zur
Zudioska-Straße, ins Gebiet des einstigen Judengettos, das bis 1352
bestand. Hier steht die Synagoge aus dem 15. Jh. (mit Inventar aus dem
17. Jh.), eine der ältesten erhaltenen Synagogen Südosteuropas. In der
Ulica od Sigurate steht die altkroatische Sigurata-Kirche. In späteren
Jahrhunderten wurden die Seitenschiffe und die Barockfassade
hinzugebaut. Neben der Kirche ist ein Frauenkloster, in dem sich das
älteste Votivbild mit der Darstellung eines Dubrovniker Schiffes und
eine Stickerei mit dem Motiv der Fußwaschung (entworfen von Niccolň di
Pietro, 15. Jh.) befinden. Durch die Ulica Celestina Medovica gelangt
man zur Placa. Hier stehen, neben dem Pile-Tor, das Kloster und die
Kirche der Franziskaner (Minoriten). Der Bau des Klosters begann 1317
im romanisch-gotischen Übergangsstil. Die Kirche wurde wahrscheinlich
1343 errichtet, der Glockenturm 1424 (nach dem Erdbeben von 1667
ersetzte man die gotische Turmspitze durch ein Kuppeldach). Die Altäre
und Gemälde reichen vom Barock bis zur Gegenwart, nur die Kanzel stammt
aus dem 15. Jh. In der Kirche befindet sich die Gruft des Dichters Ivo
Frane Gundulic (1588-1638). In der vom Erdbeben verschonten Sakristei
befindet sich die gotische Kapelle der Familie Bunic (1472). Der Altar
mit Tafelgemälden hat die Form eines dreiflügeligen Reliquienschreins.
Das spätgotische, auf die Placa führende Südportal (in der Lünette eine
Pietŕ, oben Gottvater und an den Seiten St. Hieronymus und St. Johannes
d. T.) ist ein Werk der Bildhauer Leonardo und Petar Petrovic (1499).
Der älteste erhaltene Teil des ganzen Komplexes trägt Merkmale des
romanisch-gotischen Übergangsstils. Den Kreuzgang rahmen zu allen vier
Seiten Hexaforien mit Doppelsäulen ein, die unterschiedliche Kapitelle
aufweisen und den starken Einfluß des romanischen Bestiariums verraten.
Der erste Baumeister und Steinmetz des Kreuzgangs ist Mihoje Brajkov
aus Bar (im Südteil des Gangs ist sein Epitaph zu sehen). Nach seinem
Tod (1348) setzen Miljen Radomislic (1367) und Leonardo Stjepanov aus
Florenz (1376) die Arbeiten fort. Erste Ausbesserungen führen 1426
Bozidar Bogdanovic und Radin Bogetic aus, 1433 setzt Ratko Brajkovic
die Arbeit an der Steinbalustrade auf der Terrasse fort. Der Brunnen in
der Hofmitte wird im 15. Jh. erbaut. An der Ostseite des Kreuzgangs
befindet sich der Kapitelsaal mit sieben Kapellen und Schatzkammer. Im
Kloster werden Geräte und Zubehör (15.-17. Jh.) aus der Klosterapotheke
aufbewahrt, die es bereits 1317 gab. Die Klosterbibliothek mit über
30000 Bänden besitzt 22 Inkunabeln, rund 1500 Manuskripte, 15
illuminierte Choralbücher, größtenteils aus dem 15. und 16. Jh., sowie
zahlreiche Werke alter einheimischer Tonkunst. Erwähnenswert ist ein
Martyrologium aus dem Jahr 1541, verfaßt und illuminiert von Bernardin
Orsat Gucetic aus Dubrovnik. Gegenüber dem Hauptportal der
Franziskanerkirche steht die im Renaissancestil erbaute Erlöserkirche
(1520-28, Baumeister Petar Andrijic). Von ihren Kunstschätzen ist das
Gemälde "Himmelfahrt" (1527), ein Werk Pietros aus Urbino, besonders
erwähnenswert. An der Kirche vorbei gelangt man zum Westteil der
Stadtmauern. An der westlichen Erweiterung der Placa, der Poljana
Paskoja Milicevica, steht der große Onofrio-Brunnen, eine 16seitige,
mit einer Kuppel bedeckte Zisterne und zugleich einer der Endpunkte des
alten Wasserversorgungsnetzes. Der Entwurf stammt von Onofrio della
Cava (1438), der Brunnenbau wurde 1444 abgeschlossen; die Kuppel
fertigte Petar Martinov aus Mailand an. Der Brunnen wurde beim Erdbeben
von 1667 teilweise beschädigt. Die Südseite des Platzes schließt das
St.-Klara-Kloster ab, das im 19. Jh. verschiedene Umbauten erlebte. Es
wurde 1290 neben der ursprünglichen Blasiuskirche (12. oder 13. Jh.)
errichtet, die nach Abschluß des Klosterbaus der hl. Klara geweiht
wurde. Der große Innenhof mit den Doppelsäulen des ehemaligen
Kreuzgangs dient heute als Freilichtkino und Restaurant. Die 292 m
lange Flanierstraße Placa (Stradun) verbindet die Stadttore Pile und
Ploce. In selber Richtung verläuft auch die Hauptkanalisation der Stadt
– eine Regelung, die auf das Statut zur Anwendung von Sanitärmaßnahmen
aus dem 13. Jh. zurückgeht. Auf beiden Seiten der Placa standen einst
Geschäfte. Die Placa bekam 1468 ein Steinpflaster und wurde 1667 nach
dem Erdbeben erneuert (einfacher typisierter Barockstil, nach
Vorschlägen von G. Ceruti aus Rom). Einige Häuser haben die alte
Torform des Eingangs in die Geschäfte im Erdgeschoß beibehalten.
Geht man vom Luza-Platz über die Ulica izmedu Vrata od Ploca, und
weiter durch das Tor Vrata od Ribarnice und an der Dominikanerkirche
vorbei, so sieht man rechts unterhalb der Stadtmauer die 1245 erstmals
erwähnte, frühromanische kleine Lukaskirche. Sie wurde mehrmals
erweitert, zuletzt 1787. Die gotischen Statuen am Portal stammen
wahrscheinlich von Leonardo und Petar Petrovic (Ende des 15. Jh.).
Daneben steht die Verkündigungskirche (Nuntiata) mit einem schönen
Portal, erbaut 1536 (im Renaissancestil mit einigen gotischen
Elementen) von Petar, dem Sohn von Marko Andrijic, 1910 erneuert. Die
Straße verläuft durch das innere Ploce-Tor (Anfang des 14. Jh.), in der
Nische darüber sieht man eine Säule des hl. Blasius, des Schutzherrn
der Stadt. Diese Säule ist die älteste aller Blasiussäulen in
Dubrovnik. Eine Steinbrücke führt über den Stadtgraben zur
Revelin-Festung, deren Bau 1463 nach Plänen von A. Ferramolino begann;
ihr heutiges Aussehen bekam sie 1538. An der Ostspitze des Revelin
befindet sich das äußere Ploce-Tor, der östliche Haupteingang der
Stadt. Der Hub- und Senkmechanismus der Zugbrücke ist erhalten. Eine
Steinbrücke (1449) führt weiter in Richtung der Landseite. Von dem
kleinen Platz vor dem Tor führen mehrere Straßen und Wege nach Gruz und
Lapad, nach Bosanka und Zarkovica sowie zur Küstenstraße. Passiert man
die Vorstadt Ploce, so sieht man rechts einen heute unbewohnten
Gebäudekomplex, Lazareti (= Lazarette, od. Tabor = Heerlager) genannt,
erbaut 1590. Im 19. Jh. war hier der Meßplatz. Links sieht man die alte
Lazaruskirche, neben der sich das älteste Leprosorium (bereits 1306
erwähnt) der Stadt befand. Auf der rechten Seite erhebt sich der
Emin-Turm, der östlichste Gebäudeteil des einstigen Lazaretts, dahinter
liegt an einer Bucht das Stadtbad Ploce. Der Frane-Supilo-Weg umgeht
die Bucht, links steht das Gebäude der Kunstgalerie, rechterseits sind
die Hotels Excelsior, Orsula, Argentina und Villa Sehezerada gelegen.
Vom Paskoje-Milicevic-Platz führt der Weg durch das innere und
äußere Pile-Tor über die Zugbrücke (erhaltener Hubmechanismus) bis zum
Platz am Pile-Tor. Von hier aus führt die Einbahnstraße Put iza Grada
entlang der Stadtmauer zur Treppe Uz Posat, über die man die
Zagrebacka-Straße erreicht. In der Nähe findet man die kleine
Heiligenkreuzkapelle auf Posat (unmittelbar hinter dem Minceta-Turm),
die alte Kapelle St. Felic und die Andreaskirche (die Apsis ist im
Grunde genommem eine altkroatische kleine Kirche, vielleicht sogar aus
dem 9. Jh.). Vor dem Pile-Tor steht in nördlicher Richtung das barocke
Sommerhaus Pucic. Zur Meerseite erstreckt sich der gepflasterte und mit
Platanen bestandene Brsalje-Platz. In der Mitte steht eine Fontäne mit
Gestalten aus der Schäferdichtung "Dubravka" von Gundulic (I. Rendic,
1900). Von der Kolonnade bietet sich ein Blick auf die Festungen Bokar
(links) und Lovrijenac (rechts). Von Brsalje führen Stufen zu einem
kleinen Hafen hinab. Der Bau des auf einem Felsen über dem Meer
thronenden Lovrijenac begann Chroniken zufolge im Jahr 1050. Erwähnt
wird die Festung seit 1301, Umbauten wurden 1418, 1464 und 1571
vorgenommen. Ihre Mauern sind stellenweise bis zu 6 m breit. Seit
Einführung der Dubrovniker Sommerfestspiele dient sie als eine der
attraktivsten Freilichtbühnen. An einer ihrer Mauern steht die
Inschrift: NON BENE PRO TOTO LIBERTAS VENDITUR AURO (Freiheit wird um
alles Gold der Welt nicht verkauft). In der leicht ansteigenden
Starceviceva-Straße sieht man rechts das Hotel Imperial. Links zweigt
ein Weg zum Gradac-Park und zur Halbinsel Dance ab. Auf Dance steht
eine Votivkirche aus dem Jahr 1457 (Hauptaltar mit Polyptychon von
Lovro Marinov Dobricevic, 1465, Seitenaltar mit Triptychon von Nikola
Bozidarevic). Daneben entdeckt man einen alten Friedhof sowie ein
Nonnenkloster, das früher zum Teil als Lazarett diente. Auf der
linken Seite der Starcevica-Straße, neben einer weiteren Freilichtbühne
der Dubrovniker Sommerfestspiele, liegt das Sommerhaus Crijevic (später
Pucic) mit Renaissancekapelle, Park und Kolonnade. Von der Straße
(links das Allgemeine Krankenhaus und der Aussichtspunkt Boninovo)
zweigt rechts ein Weg zum Friedhof Tri crkve (Drei Kirchen) ab, der
nach den alten, später umgebauten Kirchen St. Georg, St. Klemens und
St. Hilarius benannt wurde. Hinter dem Friedhof führt ein Weg bergauf
zum Sommerhaus Skocibuha-Bonda (1675–88), dem schönsten Bau dieser Art
in ganz Dubrovnik. Von Boninovo führt ein Weg unterhalb der
Petka-Anhöhe vorbei nach Lapad. Ein zweiter Weg führt durch Grusko
polje bis ans Ende der Bucht von Gruz. Das Ufer säumen zahlreiche
Sommerhäuser, die dem Stadtadel von Dubrovnik gehörten. Das Sommerhaus
Bunic-Pucic-Gradic hat ein Erdgeschoß im Renaissancestil, ein gotisches
Obergeschoß und auf der großen Terrasse eine Kapelle im Stil der Gotik
und Renaissance. Das Renaissance-Sommerhaus Bunic mit Lagerplatz für
kleinere Schiffe und Terrasse wurde im 19. Jh. umgebaut. Das
Renaissance-Sommerhaus Gundulic (erbaut im 16. Jh. von Baumeistern aus
Korcula) hat eine Kapelle und einen Pavillon über dem ehemaligen
Schiffslagerplatz. Das im Renaissancestil gehaltene Dominikanerkloster
in der Nähe des Kais wurde 1427 gegründet und im 19. Jh. mehrmals
umgebaut. Im 2. Weltkrieg fiel es Bombenangriffen zum Opfer. Das
Renaissance-Sommerhaus Natali hat im Erdgeschoß einen Portikus mit
Arkaden und im Obergeschoß Ecklogen, in unmittelbarer Nähe steht eine
Renaissance-Kapelle, die einst zum Sommerhaus gehörte. Die
Nikolauskirche aus der Spätrenaissance wurde 1527 von der
Schiffsbauerzunft gestiftet; die Pala des Hauptaltars (im unteren Teil
ist ein Ausschnitt des Hafens von Gruz dargestellt) wird C. Regio
zugeschrieben. Die Küstenstraße verläuft ab Gruz direkt am Meer entlang
und zweigt beim Kantafig-Kap steil in das Gebiet von Rijeka dubrovacka
ab. Von Batala führt die Straße an der Westküste der Bucht von Gruz
entlang. In Batala kann man die Sommerhäuser Majstorovic (mit
Erdgeschoß im Renaissancestil und gotischem Obergeschoß) und
Getaldic-Gundulic (mit Kapelle und Schiffslagerplatz) bewundern. Etwas
weiter findet man das Sommerhaus von Petar Sorkocevic (1521) mit
Renaissance-Arkaden im Erdgeschoß und Monoforien und Triforien im
Obergeschoß. Der hintere, neuere Teil im Obergeschoß hat eine offene
Loggia mit barocken Wandgemälden. In dem großen Garten sind ein
Fischteich, eine Kapelle und eine große Terrasse zu sehen. In dem
restaurierten Sommerhaus ist heute das Institut für Geschichte der
Kroatischen Akademie der Wissenschaften und Künste (HAZU)
untergebracht. Das Sommerhaus von Luka Pucic hat ein
Renaissance-Erdgeschoß, im Obergeschoß finden wir gotische Monoforien
und ein Triforium. An der Rückseite befinden sich Arkaden. Oberhalb des
Lapad-Felds steht ein weiteres Sommerhaus, ein großes
Renaissancegebäude mit Terrasse und Kapelle; der dazugehörige
terrassenförmige Park ist ummauert. In unmittelbarer Nähe liegen die
Ruinen des Franziskanerzönobiums St. Johannes mit einer stark bewehrten
Kirche. Im Zentrum von Lapad steht die alte Michaelskirche (erstmalige
Erwähnung 1290) mit Friedhof. Näher am Meer steht die ebenfalls alte
(im 17. Jh. umgebaute) Kirche der Barmherzigen Madonna. Auf der
Gorica-Anhöhe sieht man die kleine, gegen Ende des 19. Jh. umgebaute
Blasiuskirche. In der Sumartin-Bucht, wo die aus Dubrovnik und Gruz
führenden Straßen enden, befindet sich eines der Dubrovniker
Erholungszentren mit zahlreichen Hotels und Erholungsheimen. Vor dem
Baterija-Kap, der Westspitze der Halbinsel Lapad, liegt die kleine
Insel Daksa.
Weltkulturerbe
Die Mauern von Dubrovnik umfassen einen perfekt erhaltenen Komplex
öffentlicher und privater, sakraler und säkularer Bauwerke aus allen
Perioden der Stadtgeschichte, beginnend mit seiner Gründung im siebten
Jahrhundert. Hier seien vor allem die Hauptpromenade - der Stradun, der
Fürsten-Palast, die St.-Vlaho(Blasius)-Kirche, die Kathedrale, drei
große Klöster, das Zollhaus und das Rathaus hervorgehoben. Die Republik
Dubrovnik war das Zentrum eines politisch und territorial unabhängigen
Gebildes; sie war stolz auf ihre Kultur, ihren erfolgreichen Handel und
besonders auf ihre Freiheit, die sie durch die vielen stürmischen
Jahrhunderte hindurch bewahren konnte.
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Ferienhaus, Ferienwohnung in Kroatien |
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